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Düsseldorf: 100 E-Roller gibt’s jetzt zum Mieten

Düsseldorf : 100 E-Roller gibt’s jetzt zum Mieten

Stadtwerke und Berliner Unternehmen starten ein Angebot, das wie beim Car-Sharing über eine App funktioniert.

Düsseldorf. In Berlin gehören sie schon zum Stadtbild, seit Donnerstag kann mit ihnen auch jeder durch Düsseldorf flitzen. 100 grüne und 45 Stundenkilometer schnelle Elektro-Roller haben die Stadtwerke in der Innenstadt verteilt, die ab sofort ausgeliehen werden können.

Gibt es seit gestern in der Stadt: Die neuen Elektro-Roller „Eddy“ der Stadtwerke, hier mit Anja Rothländer.
Gibt es seit gestern in der Stadt: Die neuen Elektro-Roller „Eddy“ der Stadtwerke, hier mit Anja Rothländer. Foto: Melanie Zanin

Das Prinzip ähnelnd dem des Car-Sharings. Wer die mit Ökostrom betriebenen Roller, die vom Start-up-Unternehmen „Emmy“ aus der Hauptstadt entwickelt worden sind, nutzen möchte, muss sich vorab in einer App (siehe Info-Kasten) registrieren. Im WZ-Test klappte das am Donnerstag auch reibungslos: Per Video-Anrufdienst Skype meldet sich ein Mitarbeiter der Berliner Zentrale, der Führerschein und Personalausweis via Webcam prüft. Danach kann es auch schon losgehen: Auf einer Karte listet die App alle Roller, die in der Nähe geparkt sind — samt Akkustand und Zustand der Geräte. Mit einem Klick kann der Wunsch-Roller für 15 Minuten reserviert werden.

Am Gerät selbst öffnet sich dann per Klick aufs Smartphone ein Kasten am Roller, in dem zwei Helme liegen — einer für große und einer für kleine Köpfe. Dazu soll es Hygienehauben geben, die darunter über den Kopf gezogen werden können. Und dann kann es auch schon losgehen — mit Ökostrom durch die Stadt, eine Akkuladung reicht für etwa 100 Kilometer. Erfasst werden Fahrzeit und zurückgelegte Strecke; damit einhergehend wird am Ende nach zwei Tarifmodellen abgerechnet: Der Kilometer kostet 59 Cent, die Minute 19 Cent. Automatisch wird am Ende das günstigere Bezahlmodell ausgewählt.

Am Ende der Fahrt können die Roller, die übrigens den Namen „Eddy“ tragen, an jeder beliebigen Stelle der Innenstadt abgestellt werden. Wer damit in Stadtteile wie Gerresheim düst, kann ihn dort allerdings nicht zurückgeben — damit die 100 Fahrzeuge anfangs nicht zu weit in der Stadt verstreut sind. Allerdings gibt es Ausnahmen: Das Verbreitungsgebiet reicht beispielsweise auch bis zur Uni-Klinik und bis in den Hafen hinein.

Rund um die Uhr ist ein kleines Team aus Mitarbeitern der Stadtwerke und des Entwicklers in der Stadt unterwegs und tauscht die Akkus der Fahrzeuge aus. Die werden dann aufgeladen und erneut eingesetzt. Die technische Wartung der Roller wiederum übernimmt die Awista.

Oberbürgermeister Thomas Geisel, Umweltdezernentin Helga Stulgies und Stadtwerke-Vorstand Hans-Günther Meier gaben am Donnerstag den Startschuss für das neue Angebot. „Die Roller schließen eine Lücke in der Stadt und sind eine wunderbare Ergänzung zum Fahrrad als saubere Technologie“, sagte Stulgies. Vorstand Meier betrachtet die Roller auch als neuen wirtschaftlichen Markt: „Wir als Stadtwerke wollen uns in Zukunft noch stärker als Mobilitätsdienstleister etablieren.“

Neben Düsseldorf ist das Start-up „Emmy“, das einst mit vier Rollern in Berlin angefangen hat, auch in Hamburg und Mannheim mit Projekten vertreten. In Berlin soll es am Ende dieses Jahres bereits 750 Roller geben.