Besucherandrang Strandidylle durch Müllberge gestört

Düsseldorf · Das Naturschutzgebiet mit Sandstrand in Himmelgeist ist nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel. Am Samstag gab es einen Badeunfall.

 Ein zurückgelassenes Partyfässchen im Sand am Rheinufer in Himmelgeist.

Ein zurückgelassenes Partyfässchen im Sand am Rheinufer in Himmelgeist.

Foto: Chiara Santalucia

Eine kleine Straße wird zu einem Feldweg. Die Luft ist warm und erfüllt vom Geruch der Wiese am Wegesrand. Der Feldweg mündet in einen Sandstrand am Himmelgeister Rheinufer mit Blick auf das Wasser. Petra Anderson aus Remscheid genießt hier die Sonne. Ins Wasser gehe sie höchstens mit den Füßen, sagt sie: Die Gefahren, des Rheins und dem von Schiffen verursachten Sogs, seien ihr bewusst.

Erst am Samstag wurden hier dadurch drei Männer ins Wasser gezogen. Nur zwei erreichten das rettende Ufer — der Dritte wird noch gesucht. Immer wieder kommt es an den Rheinufern zu gefährlichen Situationen, wenn Besucher die Kraft des Stroms unterschätzen. Trotzdem zieht es an schönen Tagen Dutzende Menschen an den Rhein nach Himmelgeist. So wie Petra Anderson: „Hier ist es eigentlich ganz schön. Man kann Schiffe beobachten und am Strand entlanglaufen.“ Man habe fast schon Meer-Feeling, sagt sie, allerdings sei es schade, dass manche ihren Müll nicht mitnähmen.

 Müllberge im Gebüsch im Naturschutzgebiet am Himmelgester Rheinufer.

Müllberge im Gebüsch im Naturschutzgebiet am Himmelgester Rheinufer.

Foto: Chiara Santalucia

Drei große Müllcontainer
stehen keine 100 Meter entfernt

Im Sand, im Gebüsch und am Wegesrand liegt viel Abfall herum: Getränkedosen und Flaschen, Kunststofftüten und Becher, ein leeres Partyfässchen, teilweise finden sich im Gebüsch ganze Müllberge, obwohl drei große Müllcontainer keine 100 Meter entfernt stehen. Zudem gibt es am Strand verteilt immer wieder abgebrannte Feuerstellen und gebrauchte Einweggrills, obwohl offenes Feuer im Naturschutzgebiet am Himmelgeister Rheinufer verboten ist. Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass mit Beginn der Heißwetterperiode zahlreiche Lager- und Grillfeuer von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes hätten gelöscht werden müssen. Ein weiteres Problem ist, dass es in der Nähe keine öffentliche Toilette gibt. Wie weit die Pläne für eine solche am Schloss Mickeln vorangeschritten sind, konnte die Stadt nicht sagen.

Besucher am Rhein in Himmelgeist. Foto: Hans-Juergen Bauer

Besucher am Rhein in Himmelgeist. Foto: Hans-Juergen Bauer

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Vor allem an den Wochenenden ist in Himmelgeist am Rhein viel los. „Dann muss man lange suchen, bis man einen Parkplatz findet“, sagt Anderson. Auch Sabine Becker, die in direkter Rheinnähe wohnt, beschreibt das Parkchaos an sonnigen Tagen: Autos würden sich in drei Schichten abwechseln, Halteverbotsschilder ignoriert und Zufahrten zugeparkt. Auch die Lärmbelästigung sei teilweise enorm, gerade an Wochenenden. Die Stadt teilte mit, dass besonders bei wärmerem Wetter die Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) Himmelgeist verstärkt kontrollierten. In diesem Jahr seien bereits Verwarnungen ausgestellt und Vorfälle zur Verfolgung aufgenommen worden.

Laut dem zuständigen CDU-Ratsherrn André Tischendorf und der Stadt sollen auch in diesem Sommer bei schönem Wetter die Verkehrskadetten den Verkehr regeln. Tischendorf ergänzt, dass dies aber nur außerhalb der Rheinkirmes möglich sei. Weil offizielle Wegweiser fehlten, würden Menschen die vorgesehenen Wege verlassen und im Naturschutzgebiet lagern. Das hat Konsequenzen: Mit Beginn der Heißwetterperiode hat die Stadt schon zahlreiche Verfahren wegen unzulässigem Aufenthalt im Naturschutzgebiet eingeleitet.

Der CDU-Ratsherr wünscht sich eine dauerhafte Komplettlösung, die bestenfalls zusammen mit dem Deichbau und der daraus resultierenden Umgestaltung der Nikolausstraße umgesetzt wird. Touristen auf der Suche nach Parkplätzen sollten dabei aus den Anliegerstraßen gehalten werden. Tischendorf favorisiert versenkbare Poller. Anwohnerin Sabine Becker verlangt auch nicht, den Zutritt zum Rheinufer zu verbieten: „Man kann es den Menschen nicht verdenken, dass sie herkommen. Ein wenig mehr Achtsamkeit für Mensch und Natur wäre aber schön.“

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