Karneval in Düsseldorf Polizei nutzt Drohnen für Besuchermassen an Rosenmontag

Düsseldorf · Aus der Luft will die Polizei den Zug beobachten – allerdings muss dafür das Wetter mitspielen. An Altweiber wurde ein Sanitäter angegriffen.

 Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Altweiber-Einsatz.

Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Altweiber-Einsatz.

Foto: dpa/Federico Gambarini

(veke) Mit großem Personaleinsatz wird die Polizei den Rosenmontagszug begleiten – bis zu 1000 Einsatzkräfte werden unterwegs sein, sagt Thorsten Fleiß, Leiter der Polizeiinspektion Mitte. Um bei mehreren Hunderttausend Besuchern den Überblick zu behalten, wird die Polizei auch Drohnen einsetzen. Diese sind mit Kameras ausgestattet und lassen die Beamten aus der Vogelperspektive erkennen, an welchen Stellen sich größere Menschenmassen bilden und wo noch Freiräume sind. Danach können die Besucher dann geleitet werden, sagt Fleiß. Das funktioniere aber nur, wenn das Wetter mitspielt – bei Regen und zu starkem Wind dürfen die Drohnen nicht fliegen. Auch die zusätzlichen mobilen Videoanlagen am Alten Hafen und an der Steinstraße sollen wieder zum Einsatz kommen. „Wir werden sehr wachsam sein“, sagt Polizeipräsidentin Miriam Brauns.

Gemischte Bilanz
für den Altweibertag

Für den Altweiber-Tag zieht die Polizei eine gemischte Bilanz: „Wir hatten kein ruhiges, aber ein nasses Altweiber“, sagt Fleiß. Es seien durch den Dauerregen deutlich weniger Menschen als gewöhnlich unterwegs, die Kneipen hingegen gut besucht gewesen. Die Einsatzzahlen blieben trotz des schlechten Wetters im „üblichen Bereich“.

So zählte die Polizei 93 Platzverweise (2023: 100) und 18 Ingewahrsamnahmen (30). 15 Taschendiebstähle wurden angezeigt (18), zwei Täter erwischte die Polizei auf frischer Tat. Es kam mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen – darunter 23 Körperverletzungen (20) und vier Fälle von gefährlicher Körperverletzung (fünf). Auch mehrere Sexualdelikte wurden erfasst, in denen ermittelt werde.

Der Rettungsdienst versorgte bis Mitternacht 140 Personen (104), meist wegen Kreislaufproblemen und Alkoholkonsums. Insgesamt 17 (22) Minderjährige mussten behandelt werden, weil sie zu viel getrunken hatten. Trotz Glasverbots erlitten elf (sechs) Personen Schnittverletzungen. Ein Sanitäter wurde während des Einsatzes angegriffen. Ein Mann beleidigte den Mitarbeiter und schlug ihm auf den Helm. Der Sanitäter blieb unverletzt.

Das Ordnungsamt erwischte 124 (147) Jugendliche beim Rauchen oder Trinken. 130 Mal wurden Alkohol und Zigaretten freiwillig entsorgt. Insgesamt 94 (108) Wildpinkler wurden erwischt und müssen nun 180 Euro Bußgeld und Gebühr zahlen. Trotz Verbots hatten 13 (sieben) Gastronomen ihre Terrassen aufgebaut. Zudem forderte der Ordnungsdienst 21 Mal (20) medizinische Hilfe für hilflose oder verletzte Personen an. Sechs Mal (elf) mussten Schlägereien geschlichtet und die Polizei gerufen werden, hinzu kamen fünf Widerstandshandlungen und Beleidigungen.