Verkehr in Düsseldorf Zehn neue Mobilstationen im neuen Jahr

Düsseldorf · Die Stadt baut das Angebot für die Verkehrswende aus. Die Stationen sorgen auch für schönere Plätze in den Stadtteilen.

Eröffnung der Mobilitätsstation am Hermannplatz: Mit dabei waren die Chefs der Stadttochter CMD, Rolf Neumann (l.) und David Rüdiger.

Eröffnung der Mobilitätsstation am Hermannplatz: Mit dabei waren die Chefs der Stadttochter CMD, Rolf Neumann (l.) und David Rüdiger.

Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Im neuen Jahr will die Stadt die Zahl der Mobilitätsstationen verdoppeln. „Wir planen 2024 zehn weitere Mobilitätsstationen im gesamten Stadtgebiet“, sagt Mobilitäts- und Umweltdezernent Jochen Kral, der mit der Stadttochter Connected Mobility Düsseldorf (CMD) den Ausbau vorantreibt. Jetzt geht es auch in Stadtteile, die nicht direkt an die Stadtmitte angrenzen. „Im Frühjahr soll an der S-Bahnhaltestelle Rath-Mitte die nächste Mobilitätsstation entstehen“, so Kral. Dadurch werde nicht nur ein weiteres Wohnquartier bedient, erstmals werde auch ein wichtiger S-Bahn-Knotenpunkt mit dem Angebot verknüpft. Pendler erhielten flexible Anschlussoptionen an die urbane Mobilität.

An den Stationen gibt es Autos von Sharing-Diensten und Leih-Lastenräder, zudem meist auch Fahrrad-Garagen und Reparaturstationen für Räder. Die Stationen sind ein Baustein der Verkehrswende, deren Kernidee die Stärkung des Umweltverbundes ist. Je öfter Bürger aufs eigene Auto verzichten und mit Fahrrad, Bus oder Bahn oder Leihfahrzeugen fahren, desto besser. Zahlen belegen die Relevanz dieser Überlegung: Die wachsende Stadt Düsseldorf meldete zum Jahresende 2022 rund 653 000 Einwohner. Die von der Stadtspitze als wahrscheinlich angesehene Bevölkerungsprognose spricht von 702 500 Einwohnern im Jahr 2035.

Mehr Menschen bedeuten mehr Autos. Dieser Trend soll zumindest abgeschwächt werden. Seit 2010 ist die Zahl von Pkw in der Stadt um knapp 50 000 gestiegen, nämlich von 262 216 auf heute 311 611. Die Gesamtzahl zugelassener Fahrzeuge liegt aktuell bei 382 530.

Vor diesem Hintergrund ist interessant, welche Erkenntnisse der Ausbau der Mobilitätsstationen bislang bringt. Das erste volle Kalenderjahr mit den Stationen ist herum. Elf Stationen sind bislang eingerichtet. Dazu gehören 52 Carsharing-Plätze. Der Verleiher Cambio ist an allen Stationen von Beginn an dabei. Er bietet nur das stationsbasierte Carsharing an und ist mittlerweile an 31 Stellen in der Stadt mit 87 Autos aktiv. Der Verleiher Miles, der größtenteils das „free floating“, also das Abstellen auf irgendeinem freien Parkplatz, anbietet, hatte im Dezember durchschnittlich knapp 800 Fahrzeuge auf Düsseldorfs Straßen im Einsatz. Share Now kommt laut CMD im gleichen Zeitraum auf rund 600 Autos.

Cambios Kundenzahl hat sich mittlerweile vervierfacht

Cambio hatte seinen Start in Düsseldorf im Mai 2021 mit 45 Autos an 16 eigenen Stationen. Bei der ersten Mobilitätsstation der Stadt im September 2022 war man bereits dabei. Die Zahl der Kunden hat sich mittlerweile vervierfacht, ihre konkrete Zahl wird mit Blick auf den Wettbewerb verschwiegen. Bei einer Kundenumfrage in Düsseldorf gaben laut Cambio zuletzt 83 Prozent der Befragten an, über kein eigenes Fahrzeug zu verfügen. In Unterbilk (vier Ausleihstellen) teilen sich laut Standortchefin Nina Berkele durchschnittlich 42 Menschen ein Cambio-Auto. In Flingern sind es sogar durchschnittlich 62 Personen pro Auto (zwei Stationen, die am Hermannplatz wurde gerade erst eröffnet).

Die oft teuren Fahrräder sind wichtig für die Verkehrswende. Sie müssen, so David Rüdiger von der CMD, besser geschützt werden. Düsseldorf liege hinter Köln und Münster in NRW auf Platz drei der Städte mit den höchsten Diebstahlzahlen von privaten Fahrrädern. Die CMD hat mittlerweile 16 Fahrradquartiersgaragen gebaut, die Nachfrage nach den Plätzen ist hoch. Die neue Anlage in Flingern etwa war nach wenigen Tagen ausgebucht. Insgesamt gibt es fast 1000 Kunden, gut zehn Prozent buchen regelmäßig einen Monat oder mehr. Bei den Lastenrädern war der September mit 614 Buchungen der beste Monat.

Wie geht es 2024 weiter? Neben den zehn neuen Mobilitätsstationen soll es mindestens acht weitere Fahrradquartiersgaragen geben. Der Politik werden vermutlich im Februar dazu Vorschläge unterbreitet. Aktuell gibt es 138 Sharing-Stationen, das sind die Pflicht-Rückgabestellen etwa für E-Scooter. Sie sorgen für ein aufgeräumtes Straßenbild und sollen sukzessive auf das ganze Stadtgebiet ausgedehnt werden. Die Mobilitätsstationen sorgen meist auch für Platzverschönerungen. Die CMD hat bislang zehn Bäume gepflanzt und 26 neue Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum geschaffen.

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