1. NRW

Dormagen: Hoffnung für das Einkaufszentrum Dormacenter

Großimmobilie in Dormagen : Ärger um Aufzug im Dormacenter

Aber es gibt Hoffnung für die Shoppingmall.

Vor rund einem Monat hatte das Amtsgericht in Düsseldorf den Weg dafür frei gemacht, dass das Dormacenter ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen kann. Jetzt gibt es erste positive Signale, dass das in großen Teilen leerstehende Multifunktions-Einkaufszentrum eine Zukunft haben könnte. „Es laufen vielversprechende Gespräche mit potentiellen Investoren“, sagte Thomas Schulz, Sprecher des Sanierungsvorstands Markus Küthe aus der Düsseldorfer Kanzlei Kluth Rechtsanwälte, am Mittwoch auf Anfrage. Details wollte Schulz noch nicht nennen, man bemühe sich aber um zügiges Vorankommen.

Das dürfte nicht nur viele Dormagener Kunden freuen, sondern ganz besonders auch die Betreiber des Restaurants „Asia Star“ und der benachbarten „Spielhalle Dormacenter“, die im ersten Stock des Gebäudes weiterhin die Stellung halten, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Denn mit Kino, Aldi und Rossmann haben drei große Frequenzbringer dem Dormacenter schon längst den Rücken gekehrt.

Die City-Offensive Dormagen
hat den Zustand bereits kritisiert

Und inzwischen ist ein weiteres Erschwernis hinzu gekommen: Der Aufzug in die erste Etage ist nur noch eingeschränkt in Betrieb, wie ein Hinweisschild verrät: montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 18 Uhr. Das entspricht zwar den offiziellen Öffnungszeiten des Centers und der dort verbliebenen Geschäfte, das Restaurant „Asia Star“ zum Beispiel hat aber natürlich nach 19 Uhr und auch an Sonntagen auf. Die lang gezogene Treppe nach oben ist für Menschen mit Rollator, im Rollstuhl oder überhaupt mit Gehproblemen praktisch nicht zu überwinden.

Auf der Facebook-Internetseite „Nette Dormagener“ machen diverse Nutzer ihrem Ärger darüber Luft. „Gedankenlos“ und „dumm“ sei die zeitweise Stilllegung des Aufzugs, auch von „Frechheit“ und „Zumutung“ ist die Rede. Die „City-Offensive Dormagen“ (CiDo), die sich für eine attraktive Innenstadt und in diesem Zusammenhang auch engagiert für Barrierefreiheit stark macht, hat den unbefriedigenden Zustand ebenfalls bereits kritisiert, wie ihr Vorsitzender Guido Schenk im Gespräch berichtet. Er habe Sanierungsvorstand Markus Küthe kontaktiert, der von den Aufzugproblemen zuvor nicht gewusst habe.

Kurzfristig wird freilich auch Küthe nicht für Abhilfe sorgen können. Den Grund erläuterte am Mittwoch sein Sprecher Schulz: Der Technische Überwachungsverein (TÜV) verlange bei Aufzugbetrieb einen stets kurzfristig erreichbaren Bereitschaftsdienst. Der könne außerhalb der Dienstzeiten des Hausmeisters aber nicht gewährleistet werden, weil er zusätzliches Geld koste.

Folglich können Gehbehinderte die obere Etage in der Woche nicht nach 19 Uhr, samstags nicht nach 18 Uhr und sonntags gar nicht mit dem Aufzug erreichen. Das Risiko, dass jemand im Aufzug stecken bleibt, wolle man nicht
eingehen. ssc