1. NRW

Den Ton versachlichen

Den Ton versachlichen

zu: „Wir sind immer wieder gegen Wände gelaufen“, Diskussion über die Rodung im Osterholz, WZ vom 14. Januar

Danke, Herr Brodmann, für den Aufruf zur Versachlichung in der Frage von Baumfällungen. Alles wurde versucht, dennoch wird es rechtmäßig leider zur Rodung  kommen. Vielleicht sollten wir uns auch darüber klar werden, welche Bedeutung  der Kalk für den Klimaschutz hat.  Genauso wie Wind­räder für grüne Energie.

Jedes Windrad in Wäldern – so wie unser Umweltminister Herr Habeck es plant – setzt voraus, dass ein Mehrfaches an gesunden Bäumen gefällt werden muss, sowohl für Zufahrtswege zum Bau von über 1000  Windrädern, als auch für  Kabel-Verlegungen von  Bergeshöhen bis in unsere Stromnetze.

Nur für den Klimaschutz: Der hat Vorrang und gilt sowohl für Windenergie als auch für Kalk. Menschlich gesehen schadet und zerstören Hass und Gewalt unser Klima: Bleiben wir sachlich.

Rolf Kneusels, per E-Mail

an die Redaktion

An der Demonstration für einen Erhalt des Osterholzer Waldgebietes habe ich – wie zum Glück alle Teilnehmer – friedlich teilgenommen. Ein Ja zur Ausführung der Bürgerinitiative: Vermutlich sind nicht alle Alternativen sorgfältig und mit dem notwendigen politischen Handeln geprüft worden.

Vor diesem Hintergrund gelten meine Sympathien einer friedlichen Waldbesetzung, nur die  Hassbotschaften an Polizei und Politik, wie in der Pressekonferenz auf YouTube von den Besetzern geäußert, bekümmern mich. Der Zorn der jungen Leute über die Vernichtung von Lebensräumen ist verständlich und trotzdem sind auch Klimaschützer dem Respekt vor dem Gegenüber verpflichtet.

Sprache schafft Wirklichkeit und echt: in einem „mörderischen System“ leben wir nicht, das war mal vor 76 Jahren so. Der Dank der Bürgerinitiative an die Waldbesetzer sollte mit einem klaren Nein zu polarisierenden Wutbotschaften verbunden werden. „Zorn. Furcht. Aggressivität. Die Dunklen Seiten der Macht sind sie. Besitz ergreifen sie leicht von dir.“ (Meister Yoda in Star Wars.) 

Möge noch einmal „richtig gut nachdenken“ und Dialogbereitschaft einziehen in die Köpfe der Handelnden. Noch stehen die Bäume und mit friedfertigem Widerstand und Respekt voreinander wächst die Zahl der Unterstützer sicher eher.

Falls das Waldstück wirklich gerodet wird, sollte zumindest der Rest des Waldes erhalten, große Aufmerksamkeit auf die Renaturierung gelegt und die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz dringend geändert werden.

Petra Winter, per E-Mail

an die Redaktion