Corona-Pandemie Zweitinfektionen wohl nur bei einem Prozent

Düsseldorf · In Düsseldorf gibt es offiziell kaum Personen, die sich mehrfach mit dem Coronavirus angesteckt haben. Von den rund 173 000 bislang gemeldeten Infektionen seit Beginn der Pandemie sind nur etwa 1700 Re-Infektionen – also ein Anteil von etwa einem Prozent.

Wie genau diese Zahlen sind, ist allerdings fraglich. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – weil nicht mehr alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen, sondern die Infektion einfach zuhause auskurieren.

Die gemeldete Zahl der Infektionen ist in den vergangenen Wochen stark gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag Anfang April noch bei 1200, mittlerweile ist sie auf 596,8 (Stand Freitag) zurückgegangen. Auch wenn Infektionen mit der Omikron-Variante oftmals mild verlaufen, ist dagegen die Zahl der Todesfälle stark gestiegen. Im März starben 77 Menschen an oder mit Corona – so viele wie in keinem Monat der Pandemie zuvor. Mittlerweile liegt die Zahl der Sterbefälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in Düsseldorf bei 826.

Derweil steigt die Zahl der Erstimpfungen weiter – 3555 Personen in Düsseldorf haben sich in den vergangenen vier Wochen erstmals gegen das Coronavirus impfen lassen. Diese recht hohe Zahl erklärt sich vor allem durch die Geflüchteten aus der Ukraine: Mehr als 3000 Menschen hat die Stadt in kommunalen Unterkünften untergebracht, viele waren bei ihrer Ankunft noch nicht geimpft.

Die vierte Corona-Impfung haben bei den städtischen Impfstellen 2600 Personen in Anspruch genommen. Wie viele sich den zweiten Booster bei niedergelassenen Ärzten geholt haben, lässt sich der Stadt zufolge nicht aufschlüsseln – insgesamt sind in Düsseldorf jedoch beinahe 400 000 Auffrischungsimpfungen (dritte und vierte) verabreicht worden.

Die Empfehlung der ständigen Impfkommission (Stiko) für eine zweite Boosterimpfung gilt generell für alle über 70 Jahre, für Bewohner und Betreute in Alten- und Pflegeheimen sowie Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Ebenfalls sollten Menschen mit Immunschwäche-Krankheiten bereits ab fünf Jahren den zweiten Booster bekommen.

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