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Corona: NRW meldet Rekord bei Impfungen - verschärfte Regeln in Wuppertal und Co.

Hohe Quote : NRW meldet Rekord bei Corona-Impfungen

Die Nachfrage nach Impfungen ist wenige Wochen vor Weihnachten riesig. Die Landesregierung verkündet einen Rekord bei den Impfungen binnen einer Woche. Doch zugleich bereiten die vielen Neuinfektionen Sorgen.

Bei den sehr gefragten Auffrischungsimpfungen gegen Corona liegt Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich in der Spitzengruppe. Nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Dienstag haben mehr als 3,4 Millionen Menschen in NRW bisher eine Booster-Impfung bekommen. Nur das Saarland (20,5) und Berlin (20,3) haben nach den RKI-Daten höhere Quote als NRW (19,1). Die Landesregierung verweist auf einen Impfrekord in der vergangenen Woche von über 1,4 Millionen verabreichten Impfdosen in Nordrhein-Westfalen, von denen 250 000 Impfdosen für Erst- und Zweitimpfungen zum Einsatz gekommen seien.

In Köln, dem Kreis Lippe, dem Oberbergischen Kreis und in Wuppertal gelten seit dem Dienstag verschärfte Kontaktbeschränkungen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über dem Schwellenwert von 350 lag und das NRW-Gesundheitsministerium diesen Schritt nach der neuen Corona-Schutzverordnung verfügte. Im Kreis Herford gilt das von Mittwoch an. Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen dürfen sich maximal 50 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Außenbereich treffen. Für die nicht immunisierten Personen bleibt es bei den deutlich strengeren Kontaktbeschränkungen.

Etwa 80 Prozent der Rekord-Impfzahl binnen einer Woche ist nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) von den Hausärzten und Fachärzten bewältigt worden. Etwa 20 Prozent entfielen auf Impfstellen und mobile Impfteams in den Kommunen. Landesweit gebe es Corona-Impfungen in rund 11 200 Arztpraxen und rund 800 kommunalen Impfangebote. Das seien etwa 700 kommunale Impfangebote mehr als noch vier Wochen zuvor. „Wir müssen in den kommenden Wochen dieses hohe Tempo beim Ausbau der Impfungen beibehalten, um so viele Menschen wie möglich wirksam vor einer Infektion zu schützen“, betonte er. Laut RKI-Daten sind 72,3 Prozent der Menschen in NRW vollständig geimpft.

Wenn eine berufsbezogene Impfpflicht gesetzlich verankert ist, werde sie in NRW umgesetzt, kündigte Laumann in der „Rheinischen Post“ an. „Ich halte sie für den ersten Schritt in Richtung allgemeine Impfpflicht“, erläuterte er. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist allein von rund 9000 betroffenen Einrichtungen in der Pflege - inklusive ambulanter Pflegedienste - in Nordrhein-Westfalen auszugehen.

Laumann sprach sich auch für eine allgemeine Impfpflicht aus. „Ich persönlich glaube, dass in Abwägung aller Dinge eine Impfpflicht vertretbar ist“, sagte er im Deutschlandfunk. NRW gehöre zu den Bundesländern mit hohen Impfquoten. In anderen Regionen sei die Situation eine andere. In der vierten Welle würde es wesentlich weniger Probleme geben, wenn die Impfrate höher wäre. Deshalb sei es legitim zu sagen, man müsse das Impfen verbindlicher machen. Sonst werde es sehr schwer, zu einer Lebensgestaltung wie vor der Pandemie gewohnt zurückzukehren. Er verwies auch auf die Belastung auf den Intensivstationen.

Die Corona-Inzidenz bewegt sich in NRW knapp unterhalb der Marke von 300. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche lag laut RKI am Dienstag bei 297,0. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vortag (290,3) und gegenüber der Vorwoche (285,9). Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 7592 Neuinfektionen. Das sind 445 weniger als vor einer Woche.

Besonders hoch ist die Inzidenz weiter im Oberbergischen Kreis mit 446,1. In Köln entspannte sich die Lage nach einem steilen Anstieg erneut etwas. Die Inzidenz in der größten Stadt des Bundeslandes ging weiter leicht zurück auf 403,7 nach 415,2 am Vortag und 459 am Samstag. Der Kreis Heinsberg teilte am Dienstag mit, dass drei Fälle der Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden seien.

(dpa)