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Corona-Lockerungen: Wie das Leben nach NRW zurückkehrt

Corona-Lockerungen : Wie das Leben nach NRW zurückkehrt

Endlich kommen jene zum Zug, die auf erschreckende Weise in der Corona-Pandemie in NRW gelitten haben. Genau das muss der Wille der Politik sein, wenn die Gefahr übersichtlich ist - ein Kommentar.

Die schlechte Nachricht: Die NRW-Landesregierung kann ihr Versprechen nicht halten, dass Schulen zuerst geöffnet werden, wenn es die Bedingungen in der Coronapandemie erlauben. Aber: Mit der Bundesregelung der einheitlichen Notbremse über das Infektionsschutzgesetz ist die Möglichkeit der direkten Einflussnahme über das Land genommen. Aufgezeigt ist aber, dass bei einer nahen landesweiten Inzidenz (aktuell 116) von unter 100 auch eine landesweit einheitliche Schulregelung folgen soll, dann wohl mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht. Gut so.

Darüber hinaus ist die frohe Botschaft des Tages: Das Leben kehrt zurück nach NRW. Die Intensivstationen melden vorsichtig Entlastung, das Impfen wirkt sich aus und nimmt Fahrt auf: Innerhalb der nächsten 65 Tage will Gesundheitsminister Laumann (CDU) allen Impfbereiten ein Angebot machen.

Hochgerechnet müsste sich demnach am 16. Juli in NRW auch der letzte Impfwillige über einen Impftermin freuen können, wahrscheinlich geht es noch schneller: Weil Laumann bei der Berechnung die Gesamtbevölkerung des Landes im Blick hatte, unter Zwölfjährige aber herausgenommen werden müssen – für die fehlt die Zulassung des Impfstoffs.

Und endlich kommen jene zum Zug, die auf erschreckende Weise gelitten haben: Hotellerie und Gastronomen, auch Kultur kann hier und dort schon sehr bald unter freiem Himmel wieder angeboten werden, Sport wird zeitnah in größerer Menschenzahl wieder gemeinsam zu betreiben sein.

Wohlgemerkt: Darunter Dinge, die mit wenig mehr organisatorischer Flexibilität und besserer Abwägung von Nutzen und Gefahr auch schon früher zurück in die Normalität hätten finden können. Erste Ergebnisse aus Modellkommunen zeigen etwa auf, dass es in Fitnessstudios zu keinem außergewöhnlichen Infektionsgeschehen gekommen ist, wenn man mit vorhandener Testinfrastruktur Mögliches möglich macht. Genau das muss der Wille der Politik sein, wenn die Gefahr übersichtlich ist. In NRW sind bessere Zeiten eingeläutet. Man darf sich darüber freuen.