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Corona-Krise: Das Kino braucht ein Happy End

Folgen der Corona-Krise : Das Kino braucht ein Happy End

So wie vieles andere sind auch die Kempener Lichtspiele geschlossen. Ein Gespräch mit Betreiber Frank Janssen über die Folgen der Corona-Krise.

„Dann kommt Peter Hase vielleicht in diesem Jahr im August.“ Mit Blick auf den verschobenen Kinostart eines Osterhasen-Trickfilms hat Frank Janssen seinen Humor und seine Zuversicht noch nicht verloren. Ansonsten ist die Lage des Inhabers der Kempener Lichtspiele und drei anderer Kino-Betriebe in Geldern, Kleve und Mönchengladbach alles andere als rosig. Seit Montag stehen die Betriebe wie das übrige öffentliche Leben wegen der Corona-Krise still. „Wir stehen vor vielen Fragen“, sagt Janssen. Aber das gehe allen anderen Unternehmern ja nicht anders.

Was der Familie Janssen seit Montag bleibt, ist die Kino-Betriebe entsprechend aufzuräumen. „Kühlschränke leer räumen, die Behälter mit den Nacho-Saucen sauber machen und vieles andere kann und muss jetzt gemacht werden“, so Janssen. Die Kinos sollen komplett gereinigt und desinfiziert werden. Vielleicht bleibe auch noch die Zeit für kleinere Reparaturen. Bereits vorproduziertes Popcorn habe Janssen ans Kempener Kinderheim Annenhof verschenkt.

Mitarbeiter in den Kinos sind größtenteils Aushilfskräfte

Mit Blick auf die Mitarbeiter – in Kempen sind etwa 40 tätig – sagt Janssen, dass dies größtenteils Aushilfskräfte (Schüler und Studenten) seien. Für alle Mitarbeiter will er an Lösungen arbeiten. „Das machen wir in Ruhe, das habe ich auch allen mitgeteilt.“ Ohnehin sei ja noch offen, was vom Staat an Unterstützung kommt“, so der Kempener. „Aber ohne Frage ist eine Unruhe da.“ Viele Fragen, wenig Antworten – so wie überall.

Die Entscheidung, nun den Unterhaltungsbetrieb herunterzufahren, kann Janssen nachvollziehen. „Ich kann das Ganze nicht wirklich einschätzen“, sagt der Betreiber. Aber das denke sich ja kein Politiker freiwillig aus. Von daher sei es gut, dass mit Blick auf Öffnung und Schließung nun Klarheit herrsche. Bereits vor dem Erlass zur Schließung seien die Besucherzahlen zurückgegangen – aber nur leicht. Das könnte am Thema Corona gelegen haben. Aber auch daran, dass schon seit einigen Wochen keine Top-Filme mehr im Umlauf waren. So wurde die James-Bond-Premiere bereits vor einigen Wochen auf November geschoben. „Die Entscheidung fand ich schon vor Wochen gut und richtig“, sagt Janssen.

Was dem Kempener Kino-Betreiber und wohl auch allen anderen seiner Kollegen in der Branche bleibt, ist ein Gefühl, dass man als Kino-Besucher kennt: die Hoffnung auf ein Happy End.