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Corona: Infektions-Kennziffer in Gütersloh, Düsseldorf und Duisburg am höchsten

NRW-Gebiete : Infektions-Kennziffer in Gütersloh, Düsseldorf und Duisburg am höchsten

Die Infektions-Kennziffer ist im Kreis Gütersloh nach dem massiven Ausbruch im Tönnies-Werk wieder unter den Grenzwert 50 gesunken. Er ist die Messlatte für regionale Einschränkungen. RKI-Daten zeigen aber: auch andere Gebiete in NRW liegen im bundesweiten Vergleich vorn.

Mit dem Kreis Gütersloh sowie den Großstädten Düsseldorf und Duisburg liegen gleich drei Gebiete in Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich bei der wichtigen Infektions-Kennziffer für die Ausbreitung des Corona-Virus vorn.

Die Zahl Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage sank nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch im Kreis Gütersloh weiter auf 28,6 Fälle. Der Kreis in Ostwestfalen, der seit dem massiven Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück die Liste anführt, nähert sich damit den Werten der Großstädte Düsseldorf und Duisburg. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug in der Landeshauptstadt am Mittwoch 22. Für Duisburg wies das RKI einen Wert von 21,1 solcher Fälle aus. An vierter Stelle folgt der oberbayerische Landkreis Erding mit 17,4.

Beide Städte am Rhein verwiesen zuletzt unter anderem auf viele Tests und Reihenuntersuchungen, die den Wert der festgestellten Infektionen nach oben treiben könnten. Nicht alle Infizierten weisen typische Symtome auf. In Duisburg setze man weiter auf Reihentestungen in Pflege- und Senioreneinrichtungen, sagte Sprecherin Anja Kopka am Mittwoch. „Dabei nehmen wir natürlich in Kauf, dass die Infektionszahlen hochgehen: wer viel testet, findet eben auch etwas. Auch die Reihentests bei einem Paketdienstleister oder in den fleischverarbeitenden Betrieben halten wir für den richtigen Weg.“ Bei zwei Feiern zum Zuckerfest Ende Mai hätten sich 66 Menschen infiziert.

Bereits am Montag hatte der Duisburger Krisenstabsleiter Martin Murrack daher an die Bevölkerung appelliert, trotz neugewonnener Freiheiten weiter vorsichtig zu sein. Weil die Leute wieder mehr Kontakte hätten, sei die Nachverfolgung für das Gesundheitsamt sehr schwierig geworden. „Das Virus ist immer noch da“, lautete die Mahnung. Gerade im privaten Raum gelte: „Nicht alles, was erlaubt ist, sollte voll ausgeschöpft werden“, unterstrich Murrack.

Im Kreis Gütersloh verfestigt sich die rückläufige Tendenz: Zu Wochenanfang hatte die Infektions-Kennziffer noch knapp über dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gelegen. Am Dienstag ging es runter auf 35,4. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs in dem Tönnies-Werk lag der Wert sogar bei 270,2. Oberhalb des Grenzwertes 50 müssen zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Einschränkungen beim Umfang der Kontakte in Betracht gezogen werden.

(dpa)