„Sicherstellung der Patientenversorgung“ Erste Krankenhäuser in NRW führen Maskenpflicht wieder ein

Duisburg/Moers · Eine landesweit gültige Maskenpflicht gibt es schon länger nicht mehr. Die ersten Krankenhäuser in NRW haben sie aber wieder eingeführt. Wie die Lage bewertet wird.

 Symbolbild

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Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Eine staatliche Pflicht zum Tragen einer Maske gibt es nicht mehr, einige Krankenhäuser in NRW haben angesichts der aktuellen Krankheitswelle sie nun aber wieder eingeführt. Die Bethanien-Klinik in Moers erklärte, dass alle Besucher im Krankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen.

Krankenhaus in Duisburg führt Maskenpflicht wieder ein: „Sicherstellung der Patientenversorgung“

Die Maßnahme diene dem Schutz der Patienten bei gestiegenen Corona-Fallzahlen. Insbesondere in den Zimmern der Patienten sei das erforderlich, eine FFP2-Pflicht gebe es nicht. Die Cafeteria wurde von der Pflicht ausgenommen. Auch in Duisburg macht ein Krankenhaus auf eine wieder eingeführte Maskenpflicht aufmerksam.

Die Johanniter-Klinik in Rheinhausen müsse von ihrem Hausrecht gebrauch machen, um die „Sicherstellung der Patientenversorgung in den Wintermonaten“ angesichts steigender Corona-Infektionen gewährleisten zu können. „Bitte tragen Sie ausschließlich einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP-2-Maske“, heißt es weiter.

Corona in NRW: Könnte es wieder eine allgemeine Maskenpflicht geben?

Eine NRW-weite Regelung zur Maskenpflicht ist unterdessen nicht in Sicht: „Wir werden die weitere Entwicklung sehr genau im Blick behalten, gehen aber nicht davon aus, dass wir staatliche Maßnahmen wie eine Maskenpflicht benötigen werden“, erklärte zuletzt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

In der Erkältungssaison würden zwar vermehrt Corona-Infektionen und andere Atemwegserkrankungen beobachtet werden. Das Niveau bei Corona sei allerdings im Vergleich zu den Vorjahren relativ gering.

Krankenhäuser können laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach selbst über die Maskenpflicht entscheiden

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte angesichts einer aktuellen Corona-Ansteckungswelle zu Vorsicht und mehr Impfungen in der Adventszeit aufgerufen. „Wir haben eine hohe Inzidenz im Moment.“ Sie dürfte etwa 1700 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen entsprechen, so Lauterbach weiter. Auch angesichts anderer Infekte erwarte er aber keine Überlastung der Krankenhäuser, aber eine starke Belastung. „Wir können den Kliniken hier wirklich helfen, indem wir die Infektionszahlen so niedrig halten wie möglich.“ Er habe übrigens auch volles Verständnis, wenn in Kliniken wieder eine Maskenpflicht eingeführt werde. Das müssten Häuser selbst entscheiden. „Aber damit schützt man natürlich die Beschäftigten und auch die Patienten.“

Lauterbach rief Menschen aus Risikogruppen auf, von der Ständigen Impfkommission empfohlene Impfungen und Auffrischimpfungen jetzt wahrzunehmen. „Im Moment wird die Gefahr, die von Covid ausgeht, tatsächlich unterschätzt.“ An alle, die über Weihnachten ihre Familie besuchen oder ältere Angehörigen treffen, appelliere er: „Bitte schützen Sie sich selbst oder Ihre Liebsten durch die Impfung.“ Dies schütze vor einem schweren Verlauf, verringere das Risiko von Long Covid und - für eingeschränkte Zeit - auch von Ansteckungen.

Auch das NRW-Gesundheitsministerium machte auf die Impfempfehlung aufmerksam: „Die Gruppen, denen die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Impfung empfiehlt, sind bei Corona und Grippe (Influenza) ähnlich. Um geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO eine neuerliche Schutzimpfung gegen die beiden Erkrankungen insbesondere für Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen, aber auch für das medizinische und pflegerische Personal. Dies gilt vorzugsweise für den Herbst oder zum Winterstart. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann eine Impfung sinnvoll sein, denn oftmals erreicht die Erkrankungswelle erst in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres ihren Höhepunkt“, hieß es.

„Bei Erkältungssymptomen sollte immer ein Coronaselbsttest durchgeführt werden. Bei einem positiven Test kann der Hausarzt ein antivirales Medikament verordnen, das schwere Verläufe und Krankenhauseinweisungen wegen Corona verhindern kann. Das ist besonders für ältere Menschen über 60 Jahre und immungeschwächte Patienten relevant“, würden die die Apothekerverbände und -kammern in Nordrhein-Westfalen empfehlen.

(wz/dpa)
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