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Corona-Demo Düsseldorf: Teilnehmer legten unglaubwürdige Atteste vor

Kritik : Corona-Demo Düsseldorf: Teilnehmer legten unglaubwürdige Atteste vor

Bei den Corona-Demos am Sonntag hielten sich nicht alle Teilnehmer an die Regeln. Das Bündnis DSSQ und die Linke kritisieren die Versammlungsbehörde.

Das Ordnungsamt hat in Zusammenarbeit mit der Polizei insgesamt 28 Kontrollen bei den Demos gegen die Corona-Auflagen am Sonntag in Oberkassel und auf dem Marktplatz gemacht. Nach Auskunft der Stadt legten viele Teilnehmer unglaubwürdige Atteste einer Maskenbefreiung vor.
14 Verdachtsfälle wurden aufgenommen und weitere acht Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt. Ein Demonstrant, der gegen die Maskenpflicht verstieß und die Personalien nicht herausgeben wollte, wurde abgeführt. Entsprechende Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet.

Die Stadt berichtet von einer abweisenden und diskussionslastigen Grundstimmung der Teilnehmer gegenüber den uniformierten Einsatzkräften. Die vom Veranstalter eingesetzten Ordner seien wegen ihrer Passivität aufgefallen und sollen die Maskenpflicht entweder gar nicht oder nur halbherzig eingehalten haben.

Auch Michael Schele von Querdenken und Anmelder der Demo in Oberkassel zog am Montag Bilanz: „Ich bin zufrieden, wenn wir es mit legalen Mitteln auf die Straße schaffen.“ Die Stadt hatte die Auflage erteilt, dass die Demo nur auf den Rheinwiesen stattfinden durfte. Da die Querdenker eine weitere Versammlung auf dem Marktplatz angemeldet hatten, zogen etwa 300 Teilnehmer durch die Innenstadt zum Marktplatz. Aus Scheles Sicht sei der Protest nach den Corona-Regeln glatt gelaufen, die Demonstranten hätten sich zum großen Teil an die Maskenpflicht gehalten. Die Kontrollen durch das Ordnungsamt, die die Kundgebung um fast eine Stunde verzögerten, habe er als „Drangsalierung“ wahrgenommen. „Das werden wir uns merken“, sagte er auf der Demo im drohenden Ton. Die Einsatzkräfte hätten das Verfahren in die Länge gezogen, sagte er. Schele plant nun mehr „Nahkampf“ in Düsseldorf. Mit regelmäßigen Kundgebungen, Mahnwachen und Infoständen wolle man eine „Dauerbeschallung“ schaffen.

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ), von dem sich 30 Personen auf dem Marktplatz als Gegen-Demo positioniert hatten, kritisiert derweil die Versammlungsbehörde. Sie habe „Corona-Leugnern und damit auch äußerst rechten Gruppierungen wie der Bruderschaft Deutschland einen Marsch durch Düsseldorf ermöglicht und damit die eigenen Ankündigungen konterkariert“. DSSQ sieht Querdenken als eindeutig rechts dominiert. Kritik kam auch von der Linke. Die Versammlungsbehörde habe die Kundgebung vor dem Rathaus am Freitag genehmigt, das aber vor der Öffentlichkeit verheimlicht. „Uns ließ man glauben, die Maskengegner blieben auf den Rheinwiesen, wo sie nur sich selbst gefährden können. Am Sonntag dann die Kehrtwende: Die Polizei räumt den Corona-Leugnern den Weg durch die Altstadt frei. Das ist für die Landeshauptstadt hochnotpeinlich“, sagte die Ratsfraktionssprecherin der Linke, Julia Marmulla.