Radio und Podcast Bayer-04-Radiosprecher wäre fast „Bachelor“ bei RTL geworden

Leverkusen. · Cedric Pick kommentiert die Werkself-Spiele im Auftrag des Clubs.

 Werkself-Radio-Moderator Cedric Pick bei der Arbeit.

Werkself-Radio-Moderator Cedric Pick bei der Arbeit.

Foto: Bayer 04

Seit der Saison 2018/19 können sich Fans von Bayer 04 die Spiele ihres Herzensklubs im vereinseigenen Internetradio anhören. Nach eineinhalb Jahren steigen die Hörerzahlen, die Beliebtheit nimmt zu. Moderator und Kommentator Cedric Pick, der seit dieser Saison mit Niko Hartmann die Pflichtspiele kommentiert, ist Teil des Erfolgs – und einer der Gründe dafür, dass es das Werkself-Radio überhaupt gibt.

„Ich habe mir das zugetraut“, sagt Pick rückblickend. Vor gut zwei Jahren erarbeitete der heute 33-Jährige ein Konzept, setzte sich am Abend an den Schreibtisch und schrieb seine Ideen nieder. Bayer 04 sollte einen Podcast bekommen, und noch viel wichtiger: ein Radio, das die Spiele in voller Länge überträgt. Bei Bayer 04 rannte er damit „halboffene Türen“ ein, erinnert Pick sich lächelnd. Der Klub hatte bereits länger mit dem Gedanken gespielt, aber noch nichts in die Tat umgesetzt. Pick war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Dass er das war, ist allerdings weniger zufällig. Der 33-Jährige kommt aus Remscheid. Als ihn sein Vater im Alter von fünf Jahren zum FC Remscheid mitnahm, infizierte sich der Junge mit dem Virus Fußball. Damals kickte Remscheid noch zweitklassig. Davon ist heute nicht mehr viel übrig, und Pick sah sich anderweitig um. Leverkusen fiel ihm ins Auge. Anfangs war es nur Schwärmerei, dann wurde er Fan. Das merkte Cedric Pick vor allem nach Niederlagen. „Wenn der Montag nach einem Wochenende mies ist, dann weiß man, dass sich da Gefühle für den Verein entwickelt haben“, sagt er.

In jungen Jahren entwickelte sich bei ihm auch der Wunsch nach dem Arbeiten im Sport. Derzeit moderiert Pick die Dritte Liga für Magenta Sport, einem Angebot der Telekom. Dass sich Pick als Kind für den Beruf begeisterte, dafür sorgte das Radio. Die zum Kult gewordene samstägliche Bundesliga-Berichterstattung auf WDR 2 faszinierte den damals Siebenjährigen. „Das Radio hat einen hohen Stellenwert, würde ich sagen“, betont er noch heute – auch in Zeiten von Fußballübertragungen im Bezahlfernsehen.

Es ist nicht einfach, beim Zuhörer ein Bild im Kopf entstehen zu lassen

Pick versucht, bei seinen Zuhörern ein Bild im Kopf entstehen zu lassen. Das wiederum sei aber nicht einfach. „Man muss gut beschreiben können“, erläutert er. Die Geschwindigkeit, in der er und Radio-Partner Niko Hartmann das tun, sei eine Sache der Gewöhnung. Es komme aber durchaus vor, dass die Beiden von einer plötzlichen Tempoverschärfung überrascht werden. „Eigentlich darf man sich von einem ereignisarmen Spiel nicht anstecken lassen“, erläutert der 33-Jährige, „denn leidenschaftliche Fans nehmen ein Spiel ganz anders wahr als ein neutraler Zuschauer. Dem wollen wir Rechnung tragen“.

Er hofft, dass er bei seinen Zuhörern gut ankommt, Beschwerden habe es bisher nicht gegeben. Und das bei guten Einschaltquoten im vier- bis fünfstelligen Bereich. Der bisherige Höhepunkt war das Auswärtsspiel in München, das Bayer 04 gewann und von Fritz von Thurn und Taxis mitkommentiert wurde. Für den Verein seien die Hörerzahlen nicht allein ausschlaggebend für die Existenz des Werkself-Radios, versichert Pick. Aber viele Zuhörer seien auch ein schöner Erfolg für die
Kommentatoren.

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