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Zukunftsgedanken der Sportvereine - Surfen auf der Gesundheitswelle

Zukunftsgedanken der Sportvereine - Surfen auf der Gesundheitswelle

Die Vereine müssen die neusten Trends immer im Blick haben — und wollen so auch Mitglieder gewinnen.

Burscheid. Seit Donnerstag weilen Sabine van der Heide und Nicole Ott in Dresden. Die Jugendwartin und die Leiterin Breitensport der TG Hilgen besuchen einen Gesundheitskongress. Denn Fitnesstrainerin van der Heide ist sicher, wo im Sport die Reise hingeht: „Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit.“

Da weiß sie sich einig mit Marc Kollbach, dem stellvertretenden BTG-Vorsitzenden für Breiten- und Leistungssport. „Auch 2025 wird es die beliebten Ballsportarten weiter geben. Aber der Freizeit-, Gesundheits- und Fitnesssport wird wachsen.“ Vor allem Angebote für Ältere werden dann gefragt sein, glaubt er — „qualitativ hochwertig müssen sie sein, denn die Leute sind auch bereit, Geld auszugeben.“

Van der Heide ist von einer künftig noch engeren Kooperation mit Krankenkassen und Ärzten überzeugt. Und sie setzt auf eine Verknüpfung mit Ernährungsfragen. „Es gibt so viele Krankheiten, die ernährungsbedingt sind.“ Auch die Idee, in den Rehasport einzusteigen, ist für die TGH längst nicht mehr undenkbar. Ein Kurs „Aktiv bis 100“ existiert bereits.

Andererseits fängt die TGH auch immer früher mit den Babykursen an. Inzwischen können schon Babys ab neun Monaten kommen. Doch Kollbach sagt: „Es wird immer schwieriger werden, Kinder in die Vereine zu bekommen. Zum einen, weil es weniger Kinder gibt, zum anderen wegen des Trends zur Ganztagsbetreuung.“

Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen setzen die Vereine stärker auf Trendsportarten wie Zumba. „Wir versuchen aber ein Gleichgewicht zu halten zwischen Kursangeboten, die sich auch an Nichtmitglieder wenden, und unserem Vereinsprogramm“, sagt Kollbach. Und wo das Interesse von Dauer ist, soll aus dem kurzzeitigen Trendangebot auch eine etablierte Trainingsgruppe mit Vereinsmitgliedschaft werden. Beim Nordic Walking ist das beispielsweise geglückt.

Kollbach weiß um das Dilemma der Vereine: „Eine ganz neue Sportart erfindet niemand mehr. Es geht eher darum, Elemente anderer Sportarten zu verbinden und dem Ganzen einen neuen Namen zu geben.“ Der ist dann geschützt und mit einem Marketingkonzept verbunden — ohne Zumba-Lizenz kein Zumba-Kurs. Aber ohne den Namen eben auch keine Teilnehmer.

Die BTG orientiert sich mit ihrem Markenkonzept „Gymwelt“ am Deutschen Turner-Bund. Und hält auf Kongressen und in Fachzeitschriften Ausschau nach neusten Entwicklungen.

Der Verein der Zukunft, glaubt van der Heide, „ist ganz breit aufgestellt“. Und perspektivisch, sagt sie, werden Outdoor-Aktivitäten innerhalb der TGH noch zunehmen — vom Inlineskaten auf dem neuen Radweg bis zum Mountainbiking.