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Zeltlager: Jugendwehr hat den Dreh raus

Zeltlager: Jugendwehr hat den Dreh raus

In Odenthal trafen sich die Jugendwehren des Kreises zum Wettbewerb.

Rhein.-Berg. Kreis. 470 Teilnehmer, 70 Betreuer, 18 Gruppen, ein Dorf: Für fünf Tage tauschten die Jugendfeuerwehrleute des Kreises das heimische Zimmer gegen Feldbett, Zelt und Gemeinschaftsküche.

Von Mittwoch bis gestern fand wieder das alljährliche Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr statt, diesmal anlässlich des 33-jährigen Bestehens der Jugendabteilung und des 100. Geburtstags der Aktivenwehr in Odenthal-Eikamp.

Auch die Burscheider Jugendfeuerwehr war mit 21 Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren sowie sechs Betreuern vertreten. Sie konnten sich nicht nur sportlich in mehreren Wettkämpfen messen, sondern vor allem die Kameradschaft untereinander und mit den anderen Jugendabteilungen pflegen.

"Der Spaß steht hier immer im Vordergrund und das gegenseitige Kennenlernen klappt auch wunderbar", sagte Burscheids Stadtjugendwart Stefan Wallmeyer. Trotz aller Freundschaften zu den umliegenden Jugendabteilungen ist der sportliche Ehrgeiz in den Wettkämpfen nicht zu unterschätzen.

Das Programm der fünf Tage bot eine Mischung aus Wettbewerben wie dem Bundeswettbewerb, der Lagerolympiade oder der Leistungsspange und Freizeitaktivitäten, die unter anderem in Form von Fußball- oder Volleyballspielen oder einem Besuch im Bensberger Schwimmbad genutzt wurden. Lustig zu ging es bei der Lagerolympiade am Freitag. In neun Disziplinen mussten sich die Jugendwehren des Kreises messen.

Unter anderem sollten die neunköpfigen Gruppen bekannte Feuerwehrknoten aus einem langen Seil knüpfen, ohne dass auch nur einer das Seil loslässt - beim Übereinanderhersteigen war Lachen vorprogrammiert. Eine andere Disziplin verlangte viel Fingerspitzengefühl: Ein Tischtennisball musste durch einen kaum größeren Schlauch gedrückt werden.

Insgesamt vier Neulinge waren bei den Burscheidern dabei. Und die galt es - ganz nach alter Feuerwehr-Tradition - erst einmal zu "taufen". Sebastian Bay kannte diesen Willkommensgruß noch nicht - bis er nach dem Frühstück kurzerhand im mitgebrachten Planschbecken baden gehen durfte, natürlich mit Klamotten.

"Die Taufe kam schon überraschend und es war ziemlich kalt", fand der Zwölfjährige. Trotz des unerhofften Bades gefiel es ihm auf Anhieb gut in den Reihen der Feuerwehr. Erst dreimal hatte er vorher bei den Jugendübungen teilgenommen - kein Grund für Sebastian, nicht mitzufahren. Als Bonbon und Entschädigung für die nasskalte Überraschung durfte der Neuling auch gleich bei den Wettkämpfen den Wimpel der Burscheider Jugendabteilung tragen.

Lob für die Odenthaler Organisationskünste gab es zuhauf. Egal ob der Platz, die Verpflegung durch die Feldküche oder die Organisation der verschiedenen Spiele - Grund zum Meckern gab es nicht. "Das Geländer ist außerordentlich gut, der Aufbau der Wettkampfstätten verläuft reibungslos und das Wetter spielt auch noch mit", freute sich Betreuer Christian Bernhardt.

Besonders froh war der Nachwuchs über die Nachricht, dass man im Gegensatz zu früheren Zeltlagern diesmal nicht zum kollektiven Kartoffelschälen antreten musste. "Früher wurde immer ausgelost, wer dran ist", berichtet Stefan Wallmeyer.

Diesmal übernahm das die Feldküche von THW und Feuerwehr, die sich auch ansonsten als All-Inclusive-Verpflegungsstation bewährte und mittlerweile den Geschmack der Jugendlichen mit Gyros oder Spaghetti voll und ganz trifft.

Um eine Aufgabenteilung kamen die Teilnehmer allerdings nicht herum. Das Feuer, das seit Mittwochabend brannte, musste des Nachts bewacht werden. Beim Besuch von Landrat Rolf Menzel gab es für die Teilnehmer ein kleines Geschenk in Form eine Baseballkappe.