Wieder vergiftetes Fleisch?

Wieder vergiftetes Fleisch?

Im Wald hinter der Thielenmühle ist orangefarbenes Fleisch gefunden worden. Ein Hund ist schon krank.

Burscheid. Mehrere frische Fleischfilets, eine Tüte mit Fleisch und eine mit Reis liegen im Wald hinter der Thielenmühle. Auf ihnen befindet sich ein orangefarbenes Pulver. Jürgen Caspari, der mit seiner Frau die Thielenmühle betreibt, vermutet, dass es sich um Gift handelt.

„Am Morgen ist eine Hundebesitzerin mit ihrem Australian Shepherd hier entlangspaziert, der Hund war an der einen Tüte dran und hat sich dann zu Hause übergeben“, sagte Caspari gestern im Gespräch mit dem BV. Der Polizist, der in Köln arbeitet, hat seine Kollegen aus Wermelskirchen benachrichtigt. „Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass ich hier Fleisch finde.“

Dass es vergiftet sein könnte, ist nicht abwegig: Erst im vergangenen Herbst hatten Hundebesitzer vergiftete Fleischwurst zwischen der Friedrich-Goetze-Straße und Im Hagen gefunden. Dort hatten die Täter Rattengift und Pflanzenschutzmittel benutzt. Seitdem aber hatten Hundebesitzer dort Ruhe. Nun könnte es für Hunde im Murbachtal zwischen der Thielenmühle und Ösinghausen gefährlich sein.

Die gestern gefundenen Fleischstücke lagen am Wegrand, der die Thielenmühle und Ösinghausen verbindet, genauer an der Stelle, an der der Waldweg zum Hundeplatz führt. „Hier kommen immer Hunde vorbei“, sagt Caspari. Er selbst hat auch Hunde, die leint er aber vorsichtshalber an oder weist sie an, nah bei ihm zu bleiben.

Caspari geht häufig im Wald spazieren und hat die Polizei schon mehrfach über vermeintliche Köder informiert, das letzte Mal am 23. Dezember vergangenen Jahres.

„In diesem Bereich gab es drei Funde“, bestätigte auch Frank Langer von der Polizeiwache Wermelskirchen. Der Beamte und sein Kollegen stellten das Fleisch und die beiden Tüten gestern sicher. „Das Fleisch wird jetzt beim Veterinäramt untersucht“, erklärte Langer die Vorgehensweise. Ein zuvor an gleicher Stelle gefundener Köder habe sich bei der Untersuchung des Kreisveterinäramts aber als unbedenklich herausgestellt.

Tierärztin Anja Cassardelli nahm das Fleisch vor Ort in Augenschein und schloss aus, dass es sich um Rattengift handelt. „Es könnte aber vielleicht Pflanzenschutzmittel sein“, sagte die Burscheiderin. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Hundehalter von Funden in dem Waldstück berichtet. „Wir behandeln zurzeit vermehrt Hunde mit Durchfallerkrankungen, was auch ein Indiz für eine Vergiftung sein kann.“

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