Gremien beider Städte tagen gemeinsam: Wermelskirchen und Burscheid rücken zusammen

Gremien beider Städte tagen gemeinsam: Wermelskirchen und Burscheid rücken zusammen

Im Haus der Kunst haben am Abend politische Gremien beider Städte einen gemeinsamen Weg beschlossen.

In einer historischen Sitzung haben am Abend im Haus der Kunst die Stadtentwicklungsausschüsse von Burscheid und Wermelskirchen eine laut Bürgermeister Stefan Caplan „historische Weichenstellung“ für beide Kommunen ermöglicht. Sie wollen künftig einen Weg gehen, um bei Projekten wie der Wohnraumentwicklung „Alte Ziegelei“ auf der Stadtgrenze mit einem gemeinsamen Konzept an Fördermittel zu kommen.

„Wir stehen in Konkurrenz zu den umliegenden Städten“, führte Caplan am Ende mit Dank an die Kommunalpolitiker für ihr zustimmendes Votum zum Wortmonster „Interkommunalen, Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid/Wermelskirchen 2030“ (IKEHK) aus. Um weitere erfolgreiche Schritte in der Entwicklung auch der Mobilität hinzubekommen, müsse man über den kommunalen Tellerrand schauen. „Das können wir nur gemeinsam hinkriegen.“

Scharfe Wortmeldungen
aus der Nachbarstadt

Für einen Moment sah es allerdings so aus, dass genau das nicht funktionieren würde, als der FDP-Vertreter der Nachbargemeinde um Vertagung bat, weil man noch internen Beratungsbedarf habe. Kritische und scharfe Wortmeldungen, wie man sie in Burscheid in öffentlichen Gremien schon lange nicht mehr erlebt hat, machten die Runde im Haus der Kunst. CDU und SPD-Ausschussmitglieder sowie der Vorsitzende des Wermelskirchener Gremiums der Nachbarstadt fanden deutliche Worte. Sogar von „Beschämung“ war die Rede. Man sei nicht nach Burscheid gekommen, um mit einer Vertagung nach Hause zu fahren. Zudem sei die Tagesordnung seit Wochen inhaltlich bekannt gewesen. Fachlichen Rat habe man sich früher holen können. Und Klaus Becker (SPD/Burscheid) bekam Zustimmung von „seinen“ Ausschussmitgliedern, als er erklärte: „Es geht darum, dass wir die Schnittmengen auf den Weg bringen. Wir beschließen nichts inhaltlich.“

Auf den Weg gebracht ist das IKEHK trotz der anschließenden Enthaltung des FDP-Vertreters. Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek äußerte sich zuversichtlich, dass man jetzt den „Stillstand im Bereich Hilgen beenden kann“. Man sei bereits in konstruktiven Gesprächen mit möglichen Investoren. Aber es geht nicht nur um die Entwicklung an der Stadtgrenze, erläuterte Stadtplaner Hans-Joachim Hamerla, als er von einer „Perlenkette entlang der Balkantrasse“ sprach unter anderem mit dem Megafon, der künftigen Montanusstraße mit einem neuen Haus der Kunst, aber auch mit einer möglichen Hochschuldependance in Wermelskirchen. Das sei das „Dach des Projektes“ mit kulturellen, sozialen und bildungsrelevanten Pfunden. Jenen, die aus Burscheid möglicherweise kritisch im Vorfeld hätten fragen wollen, was die Stadt davon habe, wo man doch durch den IEHK-Erfolg bereits „gut unterwegs“ sei: „Bisher haben wir nur die Mittel für die Planungskosten.“ Nun könne man weiter in die Zukunft schauen.

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