Jahrtausend-Literatur im Tri-Café: Von Zarathustra bis zu Winnetou

Jahrtausend-Literatur im Tri-Café : Von Zarathustra bis zu Winnetou

Jahrtausend-Literatur gab es im Tri-Café.

Jahrtausend-Literatur erwartete am Sonntagnachmittag die Besucher im Tri-Café. Verbunden mit einer gemütlichen Kaffeerunde gab es einen qualitativ auserlesenen Ohrenschmaus.

Als Idee bereits im vergangenen Jahr vom Pianisten und Komponisten Stefan Heidtmann ins Gespräch gebracht, wurde  an diesem frühlingswarmen Tag zu einem kompletten  Vortragsprogramm. An seiner Seite gaben seine Künstlerkollegen Winfried Bode und Martin Kuchejda den inhaltsstarken Texten ihre geschulten Stimmen. Bode steht seit über zwei Jahrzehnten als Rockmusik-Urgestein auf vielen Bühnen, Kuchejda leitet das Gummersbacher Veranstaltungszentrum Halle 32. In dieser Dreier-Konstellation präsentierten sich die Künstler zum ersten Mal, komplettiert vom Tri-Café Mit-Organisator Det Junker.

Was hatte die etwa achtzig Gäste bewogen, diese Veranstaltung zu buchen? Ein heiteres, offenes Statement kam von Sigrid Linden: „Ich freue mich auf die Passagen vom edlen Häuptling Winnetou. Untermalt mit Klaviermusik aus dem entsprechenden Film wird das ein Stück Nostalgie sein.“

Die die im Wechsel von Heidtmann und Bode vorgetragenen insgesamt zwanzig Lesetexte entführten die Besucher von der Gedankenwelt Zarathustras (1. Jahrtausend v.Chr.) über die Lyrik volkstümlicher Werke weiter zur sprachlichen Klarheit evangelistischer paulinischer Briefe über literarische Kunstwerke mit historischen Vorlagen europäischer Geschichte bis hin zu sozialkritischen Liedermachern wie Franz-Josef Degenhardt (1931-2011). Verziert mit Zwischentönen zum Schmunzeln ließ Heidtmann den Zuhörern ausreichend Zeit, das Gelesene und dessen musikalischen Rahmen voll zu erfassen.

Obwohl die Mischung der Texte improvisiert wirkte, war die Auswahl aus dem Besten der Weltliteratur getroffen worden. Nach einigen Zugaben folgten zum Abschluss der zweistündigen literarischen  Vollkost ausgesuchte surrealistische Gedichte aus der Feder Martin Kuchejdas, teils nach Ideen von Simon Kuchejda (9). Auch das Angebot an Merchandise-Artikeln wurde von den Gästen gerne in Augenschein genommen

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