Von Horst Köhler geehrt

Von Horst Köhler geehrt

Der Bundespräsident würdigt den Einsatz von Bernhard Rappert für den Freundeskreis Indianerhilfe.

Burscheid. Der Eine-Welt-Gedanke liegt Bundespräsident Horst Köhler am Herzen. Erstmals hat er daher am Montag auch insgesamt elf Frauen und Männer in der Villa Hammerschmidt in Bonn mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, die sich alle in diesem Themenfeld engagieren. Einer von ihnen: der Burscheider Kardiologe Bernhard Rappert (58), seit zwölf Jahren Vorsitzender des Freundeskreises Indianerhilfe.

Vor 25 Jahren verbrachte Rappert als junger Arzt für den Verein zwei Jahre im peruanischen Urwald und setzte sich dort für die Verbesserung der Lebensbedingungen und der medizinischen Versorgung der Indianer ein. Seither lässt ihn diese Arbeit nicht mehr los.

In Begleitung seiner Ehefrau Wibke und seines engagiertesten Mitstreiters, des Gießener Arztes Werner Fleck, nahm Rappert am Montagvormittag das Verdienstkreuz am Bande in Empfang. Alle gewürdigten Projekte konnten sich auch präsentieren. "Wir haben dem Bundespräsidenten und seiner Frau unsere Arbeit vorgestellt und hoffen, dass er auch mal nach Peru kommt", erzählt Rappert.

Das Bundespräsidialamt habe Interesse signalisiert, "aber natürlich keine Zusage gegeben". Südamerika, so glaubt Rappert, werde von der Bundesregierung bislang eher vernachlässigt. "Aber ganz Amazonien braucht noch extreme Hilfe. So viele Menschen sterben an den banalsten Krankheiten."

Was Rappert besonders freut: Zur Ehrung waren auch der peruanische Botschafter und der Generalkonsul in die Villa Hammerschmidt gekommen. Der Burscheider Arzt erhofft sich von der Auszeichnung Rückenwind beim Bemühen um neue Geldquellen für die Ausweitung des Projekts: "Derzeit läuft ein Antrag beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit." Spenden allein könnten nicht für die notwendige Konstanz sorgen.

Der Vorschlag, den Arzt auszuzeichnen, stammt von der deutschen Botschaft in Peru. "Dort hilft man uns seit zwei Jahren", sagt Rappert. Das gilt vor allem für das wichtigste Projekt, die Flussklinik am Rio Chambira. Neuerdings ist auf dem Gelände auch ein Kindergarten angegliedert, der nach Albert Schweitzer benannt wurde. Inzwischen konnte für die Energieversorgung der Klinik eine Solaranlage angeschafft werden.

Anfang Juli fliegt Rappert wieder für drei Wochen nach Peru und besucht dabei auch alle Gebiete, die der Verein früher betreut hat. Inzwischen arbeiten dort ausgebildete indianische Gesundheitshelfer - gemäß dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.