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Rundgang: Vom Wallrafplatz zum Eisenmarkt

Rundgang : Vom Wallrafplatz zum Eisenmarkt

In normalen Zeiten sind die Kölner Plätze die Orte, an denen sich die Menschen in der Stadt treffen. Das gilt für den Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz genauso wie für einen gemütlichen Besuch auf der Außenterrasse des Café Funkhaus am Wallrafplatz.

Aktuell ist das wegen des strengen Lockdowns nicht möglich, sodass die meisten Plätze in der Innenstadt verwaist sind.

Auf dem Roncalliplatz im Schatten des Doms sind an sonnigen Tagen oft unzählige Touristen wie auch Einheimische unterwegs. Die einen gehen ins Früh-Brauhaus, die anderen kommen aus dem Dom, den sie gerade besichtigt haben. Aktuell finden sich auf einem der markantesten und prominentesten Orte der Stadt kaum Passanten. Der Dom lässt keine touristischen Besucher zu, die Römisch-Germanische Museum wird umgebaut und die Baustelle des Domhotels nimmt fast den halben Platz ein. Seine Umbenennung in Roncalliplatz – nach dem bürgerlichen Namen von Papst Johannes XXIII. – erfolgte im Jahre 1971 nach dem Bau der Domplatte. Im Mittelalter war der Dom übrigens noch eng von Häusern und kleinen Kirchen umgeben. Freigestellt wurde der Dom erst nach seiner Vollendung im Jahr 1880.

Ein paar Meter weiter befindet sich der Wallrafplatz – das markanteste Gebäude ist hier das WDR-Funkhaus im Stil der 50er Jahre inklusive des Paternoster-Aufzuges. Direkt in der Ecke befindet sich das danach benannte Café. Auf der Außenterrasse bietet sich ein guter Blick auf die Menschen der Stadt. Touristen eilen vorbei, Kölner kommen vom Einkaufen zurück und der eine oder andere Promi war gerade noch in einem WDR-Studios unterwegs. Aktuell laufen nur ein paar Menschen über den sonst belebten Platz oder nehmen ein kurzes Sonnenbad auf einer der Steinbänke.

Lange eine unansehnliche Baustelle war der Kurt-Hackenberg-Platz, von dem es direkt zur Philharmonie geht. Der Blick fällt außerdem auf den Dom und aufs Museum Ludwig. Seit einigen Jahren wurde der zentrale Platz so gestaltet, das es Spaß macht, dort eine Weile zu verbringen. Normalerweise ist auf dem Platz auch ein kleiner, künstlerisch gestalteter Trinkbrunnen in Betrieb. Benannt wurde der Platz nach den früheren Kulturdezernenten Kurt Hackenberg.

Am Alter Markt vorbei geht es jetzt zum Marsplatz mit dem Weinhaus Brungs, das sich in Kaufmannshäusern des 16. Jahrhunderts befindet. Der kleine Platz ist ein gemütlicher Ort, ganz abseits der hektischen Großstadt. Von dort führt der Weg jetzt zum Fischmarkt am Rheinufer. Vom Platz aus hat man einen tollen Blick auf die romanische Kirche Groß St. Martin. Markant sind auch die bunten Stapelhäuschen und der Brunnen der Fischweiber des Bildhauers Rainer Walk. Nach dem Besuch bietet sich eine kleine Runde am Altstadtufer an, die am Rheinpegel vorbeiführt.

Letzte Station ist der Eisenmarkt, der in unmittelbarer Nähe zum Heumarkt liegt. Auch hier geht es im Schatten der Bäume ziemlich gemütlich zu. Das ändert sich, wenn das Hänneschentheater wieder seine Pforten öffnen darf. Die Kölner Puppenspiele gehören zu den beliebtesten Bühnen der Stadt. Das Stockpuppentheater wurde 1802 gegründet – die bekanntesten Figuren sind wohl das Hänneschen selbst und sein Bärbelchen. Das kleine Theater hat etwa 25 Mitarbeiter und bietet in der Session auch Puppensitzungen an.