Rundgang Vom edlen Savoy zum Volksgarten

Köln · In Köln sind es oft die Gegensätze, die die Großstadt spannend machen. Das gilt zum Beispiel für das Luxushotel Savoy am Eigelstein und das Bürger- und Kulturzentrum Alte Feuerwache mitten im Agnesviertel.

 Aus der alten Feuerwache ist ein Bürger- und Kulturzentrum entstanden.

Aus der alten Feuerwache ist ein Bürger- und Kulturzentrum entstanden.

Foto: step/Eppinger

Das Savoy ist ein Hotel, das bei Künstlern wie Schauspielern oder Musikern sehr angesagt ist. Die Innenausstattung weicht deutlich von den Standards großer Ketten ab. Viel Kunst und Design findet sich schon vor dem Hotel und in der Lobby. Auf der Herrentoilette blicken bunte Fische aus den Aquarien auf die Gäste. Die Dachterrasse mit Domblick ist genauso ein Highllight wie die edel gestalteten Zimmer und Suiten.

Eine andere Welt ist die Alte Feuerwache an der Melchiorstraße - nur wenige Gehminuten vom Savoy entfernt. Schattige Bäume und viele Graffitis finden sich im Innenhof, der am Wochenende für Flohmärkte genutzt wird. Die Alte Feuerwache versteht sich als Ort des Austauschs, der politischen Auseinandersetzung und der kulturellen Aktivität. Das soziokulturelle Zentrum liegt in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex. Im Innenhof, dem Herzstück der Feuerwache, findet sich ein Restaurant mit einer großen Außenterrasse. Fertiggestellt wurde das Gebäudeensemble im Jahr 1890 für die städtische Feuerwehr. Der Weg zum Kultur- und Bürgerzentrum begann Ende der 70er Jahre.

Nun geht es vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn nach Ehrenfeld. Wer den Bahnhof in Richtung Venloer Straße verlässt und die Unterführung passiert, kommt zu einem besonderen Kunstwerk an der Bahndammwand, das an die Edelweißpiraten erinnert. Unweit davon wurden Kölner Mitglieder der Jugendgruppe, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten, 1944 hingerichtet. Gestaltet wurde das Denkmal von Good-Lack in Zusammenarbeit mit dem Edelweißpiraten-Gremium und Künstlern wie Rolly Brings.

Unweit der Venloer Straße befindet sich das Neptunbad. Es war 1912 die erste neuzeitlich gestaltete Badeanstalt in Ehrenfeld. Der Innenbereich wurde von Johannes Baptist Kleefisch im Jugendstil gehalten. Dazu zählen auch handsignierte Wandkacheln von Villeroy & Boch. Seit 2002 befindet sich im alten Bad eine Fitness- und Wellness-Anlage. Die historische 13 Meter hohe, mit Blattgold verzierte Badehalle wurde in einen Fitnessbereich umfunktioniert, im Saunabereich gibt es die unter Denkmalschutz stehende historische Sauna und eine japanische Sauna- und Bäderlandschaft. Auf dem Platz davor gibt es einen lebendigen Wochenmarkt.

Nun geht es vom Friesenplatz aus mit der Linie 12 zum Südstadion – der Spielstätte des Regionalligisten Fortuna Köln, die auch seit einigen Wochen vom Footballteam der Cologne Centurions für Heimspiele genutzt wird. Eröffnet wurde die Arena 1978. Als Trainer standen Legenden wie Bernd Schuster und Toni Schumacher an der Seitenlinie des früheren Bundesligisten.

Wer die gesamte Sportanlage mit den Trainingsplätzen und dem Parkplatz, auf dem regelmäßig Flohmärkte stattfinden, umrundet hat, erreicht an der Vorgebirgsstraße den Eingang zum Volksgarten. Die knapp 14 Hektar große Grünanlage mit ihrem schönen See, auf dem es auch Tretboote gibt, ist gerade im Sommer ein beliebtes Naherholungsgebiet. Entstanden ist der Park zwischen 1887 und 1889 auf dem Gelände eines früheren preußischen Forts. Für eine Pause eignet sich Hellers Biergarten, der direkt am künstlich angelegten Weiher liegt.

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