Montanusstraße: Verwaltung sagt freiwillige Aufforstung an der Trasse zu

Montanusstraße : Verwaltung sagt freiwillige Aufforstung an der Trasse zu

Ein Bürger kritisierte im Rat am Donnerstag die Abholzung an der Montanusstraße. Alles Rechtens, sagt die Verwaltung, will aber dennoch in eigener Regie wieder begrünen.

Der Kahlschlag für den Neubau von Wohnhäusern an der Montanusstraße war Thema am Donnerstagabend im Rat – kritisch hinterfragt allerdings nicht von den Kommunalpolitikern, sondern von einem Burscheider Bürger. Der hatte sich anfangs der Einwohnerfragestunde zu Wort gemeldet und kritisiert, dass schon vor der Kenntnisnahme des Gremiums aus der Offenlage der Bekanntmachung vollendete Tatsachen auf dem Areal geschaffen worden sind. Und er wollte wissen, ob die Begrünung von Dächern der später neu gebauten Häuser an dieser Stelle ein Ersatz für die Abholzung sein soll.

Die Verwaltung reagierte entspannt. Planer Kurt Berger erläuterte, dass man auf das „große Verfahren mit der Unteren Landschaftsbehörde“ verzichtet habe, um schneller Baurecht zu schaffen. Wie berichtet, soll an dieser Stelle ein Wohnersatz geschaffen werden für den Abriss des Mehrfamilienhauses etwas weiter westlich, an dem künftig die Montanus-Arcaden inklusive Drogeriemarkt entstehen sollen. Deshalb habe die Verwaltung ein beschleunigtes Verfahren ohne Erstellung einer Umweltprüfung gewählt. „Wir hätten sonst bis zum 1. November warten müssen.“

Berger führte auch aus, dass man aber keineswegs einfach die Kettensäge habe ansetzen lassen. Man habe einen Landschaftsplaner eingebunden und untersuchen lassen, ob trotz der Einhaltung der Frist für den Naturschutz (März bis Ende September) Tiere dort ihren Lebensraum hätten. „Es waren keine Tiere vorhanden“, so Berger. Zudem sei die komplette Abholzung ohne Alternative gewesen. Es gebe Altlasten auf dem Grundstück, ein alter Löschteich mit entsprechenden Mauerresten, die nur entfernt werden könnten, ohne die Vegetation an der Stelle. Zudem müssten Versorgungsleitungen verlegt werden mit einem entsprechenden Eingriff in das Erdreich. Die Verwaltung sehe aber eine freiwillige Kompensation auf einem Teil des Areals vor, das weiter in städtischer Hand bleibe. „Das wird definitiv nicht verkauft“, schaltete sich Bürgermeister Stefan Caplan ein und erklärte die Vorzüge des Verfahrens. „So können wir vor Ort selbst die Festsetzung treffen.“ Die Trasse solle an der Stelle einen Alleencharakter bekommen. Das sei sinnvoller, als sich beispielsweise im Oberbergischen auf Ausgleichsflächen einbringen zu müssen.

Sabine Wurmbach (Grüne) erklärte zu der versprochenen freiwilligen Kompensation: „Wir werden ein Auge drauf haben.“

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