Verband empört über Tarifabschluss

Verband empört über Tarifabschluss

Lohnerhöhung von 4,3 Prozent sei für viele Unternehmen nicht zu verkraften.

Leverkusen. „Mit Fassungs- und Sprachlosigkeit reagierten die Mitgliedsunternehmen auf die Höhe des Metallabschlusses in Baden-Württemberg. Allein die Belastungen in den Entgelttabellen von 4,3 Prozent in diesem und mit weiteren 2,8 Prozent im nächsten Jahr werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen noch einmal deutlich mindern, denn schon vor dem Tarifabschluss waren die Arbeitskosten in keinem anderen großen Industrieland so hoch wie in Deutschland“, schildert der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper, Andreas Tressin zusammengefasst die vorgenommene Bewertung des Abschlusses der Mitgliedsunternehmen.

Für mehr als jeden fünften Betrieb ist schon die erste Erhöhung von 4,3 Prozent in diesem Jahr nicht verkraftbar, weil diese bei einer durchschnittlichen Nettoumsatzrendite von weniger als einen Prozent und durchschnittlichem Personalkostenanteil von über 40 Prozent bei einer Umsetzung in die roten Zahlen rutschen würden. Deshalb steht schon jetzt fest, dass für diese Betriebe nachverhandelt werden muss“, sagt Tressin.

Positiv bewertet wurde, dass eine unkontrollierte Verringerung des Arbeitszeitvo-lumens in den Betrieben verhindert werden konnte sowie die neuen Möglichkeiten der Unternehmen, das Arbeitszeitvolumen auch ausweiten zu können. Zugleich aber besteht wegen der Komplexität des Regelungswerkes große Sorge der Betriebe eines hohen beziehungsweise nicht zu leistenden Administrationsaufwandes und damit verbundener zusätzlich entstehender Kosten bei der Umsetzung der künftigen Arbeitszeitregime. „Der Beweis für eine produktivitätssteigernde Praxistauglichkeit muss also erst noch geführt werden“, sagt Tressin.

Deutliche Kritik gab es zu den erstmals eingesetzten 24-Stunden-Streiks in Baden-Württemberg, aber auch teilweise hier in der Region, weil diese zu erheblichen Schäden durch Produktionsausfälle führten. Tressin: „Für die Unternehmen stehen eben nicht nur Lohnprozente, sondern Lieferfristen, Auftragserfüllung, und sogar im Einzelfall Geschäftsbeziehungen auf den Spiel.“

Der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper und die Unternehmerschaft Rhein-Wupper vertreten rund 200 Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Branchen mit und ohne Tarifbindung aus Leverkusen, Leichlingen, Burscheid, Langenfeld, Monheim und Umgebung.

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