Benninghausen: Ungeahnte Qualitäten in der Nachbarschaft

Benninghausen : Ungeahnte Qualitäten in der Nachbarschaft

Ein Dorffest soll Basis für eine neue Gemeinschaft sein.

Burscheid. Benjamin Straßburg, Martin Patzak und Rainer Obermann klopften sich zufrieden auf die Schulter. Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Diese Premiere aber war mehr als geglückt. Am Samstag fand zum ersten Mal das Benninghausener Dorffest statt.

Was als flotter Einfall während einer Einweihungsfeier entstand, entwickelte Eigendynamik. Als Benjamin Straßburg Anfang des Jahres nach Benninghausen zog, lud er seine Nachbarn zu sich ein. Ein erstes Kennenlernen. Man verstand sich so gut, dass man auf die Idee kam, sich noch näher kennenzulernen.

Straßburg und seine Nachbarn Patzak und Obermann starteten kurzerhand eine Umfrage. Flyer landeten in den Briefkästen aller 110 Häuser, über 100 kamen zurück, auf denen Interesse für ein Dorffest bekundet wurde. Gleich sagten einige auch zu, beim Fest helfen zu wollen.

Wie Antje Ihlo. Sie betreute die Hüpfburg und den Kindertrödel. „Ich lebe seit 14 Jahren hier. Ich bin sehr glücklich. Wir haben es hier gut getroffen“, sagte sie freudestrahlend. Gudrun Adam lebt bereits seit Kindestagen dort. W**egzuziehen kommt für sie nicht in Frage. Dennoch kannte sie bis zum Dorffest längst nicht alle Nachbarn und half trotzdem.

Fast 40 Anwohner packten mit an. Das erstaunte Rainer Obermann auch noch beim Start der Veranstaltung. „Sonst kennt man nur die unmittelbare Nachbarschaft, wenn die ein Paket annehmen“, sagte Rainer Obermann. Das soll sich nun ändern. Ein Gemeinschaftsgefühl soll entstehen. „Synergie heißt das Wort“, fügte er hinzu. Schon jetzt habe sich gezeigt, dass viele Benninghausener besondere Fähigkeiten hätten, die sie einbringen können.

So wurde auch das Live-Musikprogramm aus den eigenen Reihen gestemmt. Jürgen Pfingst ließ Beatles, Searchers, Gerry & Pacemakers, Ian & Zodiacs wiederaufleben. Die Rockcoverband „MixXxit“ feierte bis in den Abend hinein. Für die Kinder gab es einen kleinen Trödelmarkt, eine Hüpfburg und Aktionen mit der Feuerwehr.

Trotz des Programms haben die Organisatoren bewusst nicht für das Dorffest geworben. „Eine Facebook-Sprengparty wollten wir vermeiden“, sagte Rainer Obermann. Schon so war man anfangs noch leicht überfordert, was die Auflagen und Genehmigungen angeht, die es zu erfüllen galt. „Benjamin Straßburg hat uns da sehr gut geholfen. Er ist Alleinunterhalter. Er wusste, was zu tun ist.“ Wenn am Ende finanziell etwas übrig bleibt, wird es natürlich in das zweite Dorffest gesteckt. Wenn es denn eines geben wird. „Das wird demokratisch entschieden.“

Was das Kennenlernen angeht, wurde jedenfalls bereits ein neues Projekt angestoßen. Einige Benninghauser wollen nun alles Geschichtliche rund um ihr Dorf zusammengetragen.

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