Unfallkommission: A 1 jetzt sicherer

Unfallkommission: A 1 jetzt sicherer

Sieben Unfälle mit „geringer Schwere“ von Juli bis Oktober. Experten führen das auf die Sicherheits-Maßnahmen zurück.

Burscheid.Monatelang war die A 1 ein Unfallbrennpunkt. Etliche schwere Unfälle noch am Jahresanfang mit Toten und Verletzen reihten sich aneinander — kaum einer hatte damals den Eindruck, dass die Behörden das Problem in den Griff bekommen würden. Jetzt bilanziert die Unfallkommission die Ergebnisse der eingeleiteten Sicherheits-Maßnahmen vor und im Leverkusener Kreuz und kommt zu einem positiven Ergebnis.

„Seit dem Sommer hat sich die Unfalllage auf dem unfallträchtigen Streckenabschnitt deutlich entspannt. In den Monaten Juli bis Oktober ereigneten sich lediglich sieben Unfälle mit geringer Schwere“, so das Gremium der Bezirksregierung Köln in einer aktuellen Stellungnahme. Folgende Maßnahmen wurden dabei als erfolgreich eingestuft:

Besserer Verkehrsablauf Der Ablauf des Verkehrs im Autobahnkreuz Leverkusen auf die A3 sei verbessert worden. Dabei habe auch die Ummarkierung der Fahrstreifen auf der A3 Wirkung gezeigt. Seit Juli stehen den Autofahrern dort vier Fahrstreifen in Richtung Frankfurt zur Verfügung. Diese verengten Fahrstreifen (2,75 Meter) sind gelb markiert und leiteten den Verkehr ungehinderter in den bereits ausgebauten Abschnitt ab der Anschlussstelle Leverkusen. Insgesamt stehe damit mehr Verkehrsfläche zur Verfügung und reduziere die Staulage vor dem Kreuz Leverkusen. Grund für die langen Staus, das ist nichts Neues, ist die weiterhin für den Lastwagen-Verkehr gesperrte Rheinbrücke.

Frühzeitige Entflechtung Die Verkehrsströme seien durch eine Neuordnung der Fahrstreifen frühzeitig entflechtet worden. Bereits vier Kilometer vor dem Leverkusener Kreuz waren die Aufteilung der Fahrstreifen durch eine Neu-Markierung verändert worden. Eine Sperrfläche zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen trennt ebenfalls seit Juli den Verkehrsstrom in Fahrtrichtung „Koblenz/Köln-Nord“ und „Frankfurt/Oberhausen“. Die bereits vorhandene Überleitung des Fahrstreifens „Koblenz/Köln-Nord“ in den Gegenverkehr ist vorgezogen. Ziel war es auch, die unterschiedlich hohen Geschwindigkeiten auf ein Niveau zu bringen. Autofahrer, die links an dem Stau vorbeifuhren, waren oftmals wesentlich schneller unterwegs. Hierzu wurden die Geschwindigkeit auf 80 km/h für Autos und auf 60 km/h für Laster begrenzt. Zudem gibt es ein Überholverbot für Laster in dem Bereich.

Unfallkommission

Blitz-Anlage Auch der Blitzer auf der A 1 kurz hinter der Talbrücke Lambertsmühle wird von den Experten der Unfallkommission als Erklärung für die Reduzierung der Unfälle genannt. Die seit Mitte Juni Sanierung des Bauwerkes „Lambertsmühle“ bringt keine zusätzlichen Verkehrsbehinderungen und Verkehrssicherheitsdefizite, heißt es.

Die Baustellenverkehrsführung führe zur Verlangsamung des Verkehrs, nicht zuletzt, weil dort die reduzierten Geschwindigkeiten angeordnet sind und überwacht werden. Die Blitz-Anlage des Kreises wurde der veränderten Verkehrsführung angepasst und sei erfolgreich in Betrieb. Tatsächlich fielen durch die Bauarbeiten die so genannten Induktionsschleifen zur Auslösung des Blitzers weg. Nun ist dort eine Laseranlage in Betrieb. Wie berichtet, wird jetzt rund um die Uhr kontrolliert

CB-Funk Erst seit vergangenem Monat ist eine weitere Maßnahme umgesetzt: Seit der ersten Oktoberwoche sei auf der A1 zwischen der Anschlussstelle Burscheid und dem Autobahnkreuz Leverkusen ist eine CB-Funkwarnanlage als Ergänzung zu der bestehenden Stauwarnanlage in Betrieb. Mit Hilfe dieser Funkwarnanlage könnten Lkw-Fahrer, die den CB-Funk in ihrem Fahrzeug aktiviert haben, vor Stausituationen auch akustisch gewarnt werden. Dabei erfolge ein Warnton und in acht Sprachen der Hinweis: „Achtung Stau in Fahrtrichtung Köln“. Insgesamt seien entlang der Strecke neun Sendemaste neu installiert worden. Die Kosten der Anlage belaufen sich auf rund 115 000 Euro pro Jahr.

Prognose Inwieweit durch die neuen Maßnahmen auch zukünftig dauerhaft schwere Unfälle verhindert werden könnten, könne erst zu einem späteren Zeitpunkt bewertet werden. „Die Verkehrs- und Unfalllage wird weiterhin intensiv von der Unfallkommission beobachtet und analysiert“, kündigen die Verantwortlichen an.

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