Umweltwoche: EMA-Schüler zimmern Unterkunft für Insekten

Umweltwoche: EMA-Schüler zimmern Unterkunft für Insekten

EMA-Schüler sichern Insekten, Reptilien und brütenden Vögeln Rückzugsräume entlang der Trasse.

Burscheid. Der Panorama-Radweg harrt noch seiner Eröffnung, da ist an seinem Rand in Hilgen schon ein Hotel entstanden. Nun mögen Insekten nicht der erste Adressat Burscheider Tourismushoffnungen sein. Aber Förster Karl Zimmermann ist trotzdem zufrieden: „Es gibt für Insekten eine allgemeine Wohnungsnot und zu wenig totes Holz in besiedelten Gegenden.“

Einen Tag lang hatte er mit den Klassen 4a und 4b der Ernst-Moritz-Arndt-Schule an der spartanischen Unterkunft gezimmert, am Donnerstag konnte die neue Herberge schon aufgestellt werden. Und wenn man so will, blicken die künftigen Bewohner vis-à-vis auf einen Konkurrenzbetrieb.

Denn die Totholzhecke auf der anderen Seite der Trasse soll zwar in erster Linie Radfahrer, Skater und Wanderer davor schützen, den Waldhang hinunterzustürzen. Auch auch in ihr „finden viele Arten ein sicheres Versteck vor ihren Feinden“, wie Zimmermanns Försterkollege Hans-Christian Ludwig weiß. Reptilien und Insekten fühlen sich inmitten des toten Gehölzes ebenso wohl wie Vögel in der Brutzeit.

Solche Hecken sind andernorts seit Jahrhunderten üblich und säumen beispielsweise in der Region um Oldenburg hunderte Kilometer von Grundstücksgrenzen. Aber im Bergischen haben sie sich noch nicht in größerem Stil durchgesetzt. Das Teilstück an der Trasse war im vergangenen Jahr im Rahmen des internationalen Sommercamps von Jugendlichen begonnen worden und wurde am Montag und Dienstag dann von den EMA-Viertklässlern fertiggestellt.

Zu einer zweiten Schutzhecke entlang der Trasse ist es nicht mehr gekommen. Zwar wurde schon vor einem Jahr das Holz dafür in Höhe Kretzheide aufgeschichtet, aber für die Fertigstellung fehlten Zeit und Leute. Stattdessen ist jetzt an der Stelle doch ein Geländer errichtet worden.

Die Viertklässler waren in ihrem Engagement in dieser Woche aber kaum zu bremsen. So sammelten sie nebenher noch Müll auf „und wollten damit gar nicht mehr aufhören“, wie Lehrerin Barbara Hoeveler erzählt.

Wacker hatte sie mit Kollegin Ulrike Zimmermann die vier Projekttage im Freien bei zum Teil frostigen Temperaturen ausgehalten. Aber als sie ihren Schülern am Donnerstag in Aussicht stellte, dass es Freitag wieder Unterricht im warmen Klassenraum geben werde, musste sie sich gleichwohl ein lautes „Nein, nein, nein!!!“ gefallen lassen.

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