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Tierverkleidungen waren der Renner

Tierverkleidungen waren der Renner

Die letzten Kostüme wollen vor dem Ende der Karnevalszeit noch an den Mann und die Frau gebracht werden. Was war gefragt, was liebt noch im Regal?

Burscheid. Das Schreib- und Schulwarengeschäft von Babett Schluck und Silvia Grunert ist voll von Karnevalsartikeln - am Eingang vorne rechts sind Boxen mit Punk-Artikeln oder Strumpfhosen gefüllt, Tierohren oder Taschen und Ketten. Auf und in dem Regal liegen reihenweise Hüte in allen Formen und Farben - so etwa auch eine dunkelbraune „Steam-Punk“-Variante mit dicker Brille, die man gut hätte beim letztjährigen Rathaussturm sehen können.

Tierverkleidungen waren der Renner
Foto: DS

Dieses Jahr ist das Motto des Rathaussturms „tierisch gut“ gewesen - und das findet sich natürlich in dem Geschäft an der Hauptstraße. „Tierkostüme sind dieses Jahr der Renner“, sagt Babett Schluck, die das Geschäft mit Silvia Grunert betreibt. Natürlich auch wegen des Mottos beim Rathaussturm. Vor allem „Häschen“ und „Mäuschen“ seien gut weggegangen, an der Kleiderstange hängt noch ein Leoparden-Korsett.

Wenn die beiden Ladenbesitzerinnen die Kostüme besorgen, dann ist es Hochsommer. „Wir holen die ja nicht erst zu Karneval, sondern bei 35 Grad.“ Damit sie auch wissen, was sie holen müssen, sprächen sie sich frühzeitig mit der Stadt und der Gemeinde St. Laurentius ab, was deren Motti betrifft. Und so findet sich auch noch viele Kostüme zum Thema Tiere oder Charleston in den Regalen und an der Kleiderstange links der Kasse.

Hinten in der Ecke des Ladens geht es vor allem gestreift zu - rot-weiß, schwarz-weiß. Die rot-weißen Köln-Artikel gingen immer gut, sagt Babett Schluck, die selbst damit geschmückt ist. Seit drei Tagen stehen die beiden Frauen eben auch selbst verkleidet im Laden.

Die schwarz-weißen Sachen passten vor allem zu Pantomime -Kostümen. „Das ist in den letzten beiden Jahren wieder aufgelebt“, sagt Schluck. Vermeintliche Klassiker wie Cowboy, Indianer oder Pirat seien dagegen nicht mehr so im Trend. „Das hat nachgelassen.“ Vorne im Regal zeigt sie dann einen Piraten-Hut, der noch nicht verkauft wurde. Auf den und alle anderen Karnevals-Artikel gibt es bis Dienstag deswegen auch 50 Prozent Rabatt. Am Mittwoch werden Karnevals-Artikel dann weggeräumt.

Schluck sagt, viele kauften keine ganzen Kostüme, sondern nur noch die passenden Accessoires dazu - Ketten, Taschen, Federboas. Wer noch etwas selbst machen will, den schicken Schluck und Grunert ein Stück weit die Straße herunter zur „Stoffzaubermaus“ von Maryam Gisci.

Viele Leute kauften Tüll- oder Organza-Stoffe, um Kostüme damit aufzupeppen oder ganz eigenes zu kreieren. Daraus hätten einige Kunden etwa Pfauen-Köstüme gemacht oder Popcorn-Verkleidungen: Rot-weiße Kleider mit einem Popcorn-Becher auf dem Kopf und Popcorn an dem Kleid - eben mit Stoff verziert.

Es gebe natürlich auch solche Kunden, die ganze Kostüme nähten, sagt Gisci. Einige Frauen kämen mit Schnittmustern, um sich Kleider zu nähen. Andere machten etwas für ihre Kinder. Sie erzählt von einer Frau, die für ihren Sohn ein Stachelschwein-Kostüm genäht hat — aus dickem Sweat-Stoff und Mossgummi (s. Link).

Andere kämen etwa, um die gekauften Kostüme aufzuwerten und umzuarbeiten. „Es passiert eben immer wieder, dass Leute unzufrieden sind, wenn sie ein günstiges Kostüm gekauft haben. Die kommen dann und arbeiten das dann um“, sagt sie.

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