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Gesundheit: Studenten klären über Impfungen auf

Gesundheit : Studenten klären über Impfungen auf

Impfen ist derzeit das zentrale Thema in Deutschland. Denn nur, wenn sich der Großteil der Bevölkerung gegen das Corona-Virus impfen lässt, besteht eine Chance, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Nachrichten von schweren Nebenwirkungen bei Impfstoffen wie Astrazeneca oder Johnson & Johnson verunsichern viele Menschen, die so teilweise sogar die Impfungen mit diesen Impfstoffen komplett verweigern. Dazu kommen immer wieder in den Sozialen Medien verbreitete Gerüchte und Verschwörungstheorien zum Thema Impfen, die so manchen Menschen ratlos zurücklassen. Und das ist nur bei Corona so, auch beim Impfungen zum Beispiel gegen Masern gibt es Gegner, die für ihre Kinder hier nur das Risiko und nicht den Schutz erkennen.

Wissenschaftliche Fakten
gegen Fake-News und Gerüchte

Um Gerüchten und Fakenews mit wissenschaftlich fundierten Fakten entgegenzutreten, hat sich 2017 der Verein „Impfaufklärung für Deutschland“ kurz „Impf Dich!“ gegründet. Die Initiative dazu ging von Studierenden der medizinischen Fakultät der Uni Bonn aus. Inzwischen gibt es in Deutschland 20 Lokalgruppen. Anfang des Jahres hat sich so eine Gruppe auch in Köln zusammengefunden. „Wir wollen vor allem Schülern das Prinzip einer Impfung in Vorträgen näherbringen. Es geht darum, wie unser Immunsystem funktioniert, wie eine Impfung wirkt und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt. Es geht auch um die Ängste und Sorgen der jungen Menschen, denen wir wissenschaftliche Fakten entgegensetzen. Es ist wichtig, dass sich Schüler fundiertes Wissen aneignen, mit dem sie dann frei von Emotionen ihre Impfentscheidung treffen können“, sagt der Leiter der Kölner Lokalgruppe, Andrej Weissenberger, der im 9. Semester in Köln Humanmedizin studiert.

Um sich selbst in Sachen Wissen immer auf dem neuesten Stand zu halten, gibt es nach den Angaben des Vereins einen Austausch mit Experten. „Wir arbeiten da mit den Instituten für Virologie bzw. Immunologie der Unis, mit dem Paul-Ehrlich-Institut, dem RKI und der Stiko zusammen. Dazu kommen Fortbildungen der Mitglieder mit Psychologieexperten, bei denen es um Gesprächstherapien bei Menschen mit Ängsten geht.“ In den Schulen wird der interaktive Vortrag in der Regel in einer Doppelstunde, meist ab der Oberstufe, im Biologieunterricht eingebunden. „Das Thema Immunologie ist auch Teil des Lehrplans in den Schulen. Unseren Vortrag können wir immer wieder individuell anpassen. Es hilft, wenn junge Menschen mit anderen jungen Menschen sprechen. Die meisten Schüler zeigen sich beim Thema durchaus aufgeschlossen und neugierig“, berichtet der 26-Jährige.

Im Zuge der Corona-Pandemie ist es schwieriger für Lehrkräfte geworden, so einen Vortrag in ohnehin schon durch Homeschooling und Wechselunterricht unter Druck geratenen Unterrichtsplan einzubinden. „Auch deshalb hat sich der Verein dazu entschlossen, das Vortragsangebot auch auf Vereine und andere Einrichtungen auszuweiten. Gerade gab es den ersten digitalen Vortrag mit der Bürgerstiftung Ehrenfeld. Es gibt auch Kontakte zum Awo Bildungswerk oder zur VHS in Gummersbach. Im Vortrag geht es um die zugelassenen Impfstoffe gegen Covid 19. Oft spielen da Mythen und Gerüchte eine große Rolle, zu denen wir gute und wissenschaftlich fundierte Antworten geben können“, erläutert Weissenberg, der als Mitarbeiter der Uniklinik mit Patientenkontakt inzwischen mit Moderna geimpft ist. „Ich hätte mich aber auch jederzeit mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson impfen lassen. Es gibt gravierende Nebenwirkung, die aber äußerst selten auftreten. Die Chance, zu erkranken, ist minimal. Hier überwiegt der Nutzen der Impfstoffe deutlich die Risiken. Es wird auch übersehen, dass ganz alltägliche Medikamente, die jeder nutzt, wie zum Beispiel Schmerzmittel, durchaus auch schwere Nebenwirkungen haben können.“

Weissenberger selbst engagiert sich schon lange im Ehrenamt und interessiert sich für das Thema Prävention und Impfen. „Ich hatte zunächst bei der Fachschaft in Köln nach einer Arbeitsgruppe zum Thema geschaut und keine gefunden. Mir ist wichtig, das Wissen, das ich im Studium bekomme, mit anderen Menschen zu teilen und so schwere Krankheiten zu verhindern. Deshalb habe ich die Ortsgruppe mit ins Leben gerufen.“