Stadtgärtner kommen mit Fasswagen

Stadtgärtner kommen mit Fasswagen

Blumenbeete in der Stadt werden einmal pro Woche gegossen. Keine Bewässerung für die Burscheider Bäume — denen gehe es trotz Hitze und Trockenheit noch gut.

Burscheid. An spektakulären Bildern mangelt es in diesen Tagen wahrlich nicht. Wenn wir in späteren Monaten vom Jahrhundertsommer 2018 reden, dann werden uns die Filmaufnahmen von Wasserwerfern der Polizei, die Grünanlagen in Wuppertal und Berlin nässen, in Erinnerung geblieben sein. In Wipperfürth und Chemnitz gießt die Feuerwehr Bäume.

in Burscheid kommt kein Wasserwerfer der Polizei und die Feuerwehr wappnet sich eher gegen die Waldbrandgefahr, als dass sie zum Gießen ausrückte. „Ist bei uns auch nicht nötig“, sagt Stadtgärter Antoine Sawinski von den Technischen Werken Burscheid bzw. dem Baubetriebshof. „Unsere Bäume sind noch satt grün und haben genug Wasser.“

„Nur“ die Blumenbeete im Stadtgebiet werden in diesen Tagen vom Baubetriebshof mit Wasser versorgt. Ein Sprinter kann ein 1 000-Liter-Fass mit Pumpe tragen. Mit diesem Fahrzeug steuern die Stadtsoldaten acht Beete an fünf Stellen im Ort an und gießen die Blumen der sogenannten Sommerbepflanzung. Die ist zwar generell Sonne gewohnt und hitzebeständig, aber im Moment ist es eben doch extrem. „Wir gießen zur Zeit mindestens einmal pro Woche“, erklärt Sawinski — und ergänzt, dass man immer auch ein Auge auf den Himmel habe. Es werde eben nicht einfach drauflos gegossen, sondern etwaiger Regen einkalkuliert. Gibt es einen Guss, wird nicht gesondert gewässert.

Am vergangenen Mittwoch waren die Männer in Orange letztmalig mit dem Fasswagen auf Tour. Zweieinhalb Kubikmeter Wasser wurden auf den Beeten ausgebracht; es wurde also dreimal getankt. Nach der Aktion wurde das Fass wieder abgenommen und weggestellt, weil der Sprinter für mannigfaltige Zwecke benötigt wird.

Kein Wasser gab es bisher für die Bäume im Stadtgebiet. „Nur bei jungen Neupflanzungen muss man gießen; über einen Gießring geht das Wasser direkt in den Wurzelbereich“, erklärt Antoine Sawinski. Die älteren Bäume haben diesen Gießring nicht mehr. Deshalb würde Wasser bei diesen Bäumen nur oben auf die Baumscheibe treffen, verlaufen, abfließen. „Das meiste ginge aufs Pflaster und in den Gulli.“

Im übrigen hätten wir in Burscheid einen lehmigen, festen Boden, der kaum Wasser aufnähme. „Das ist z.B. in Berlin bei den sandigen Böden anders. Da sickert das Wasser wirklich ein.“

Der Burscheider Boden habe aber auch den Vorteil, dass es in den unteren Schichten nach wie vor ausreichend Feuchtigkeit gebe. „Wenn man sich unsere Bäume anschaut , dann ist das Laub gut grün. Man darf sich nicht von den Linden täuschen lassen, die ihre braun und trocken gewordenen Blüten abwerfen. Das ist völlig normal!“

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