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Burscheid: „Stadt hat eine gesunde Entwicklung“

Burscheid : „Stadt hat eine gesunde Entwicklung“

Exakt 19 016 Bürger leben aktuell in Burscheid. Und die Stadt wächst weiter. In den kommenden zwei Jahren werden über 430 Wohneinheiten gebaut. Insgesamt sieht Bürgermeister Stefan Caplan die Stadt auf Kurs.

Exakt 19 016 Bürger hat die Stadt - und es werden in den kommenden Jahren noch einige dazukommen. Allerdings nicht „explosiv“ wie einst mit 25 000 Burscheidern prognostiziert. „Wir haben einen ganz leichten Anstieg“, erklärt Bürgermeister Stefan Caplan bei seiner Jahresbilanz und einem Ausblick auf das kommende Jahr (2011: 18 868). „Das ist eine sehr gesunde Entwicklung“, führte er aus.

Ein stoßartiger Zuwachs sei unter anderem von der Infrastruktur nicht einfach zu bewältigen. Wann die Marke der 20 000 Bürger geknackt werde, sei deshalb auch für ihn nicht relevant. Sondern vielmehr wo, wie und wann die Neubürger untergebracht werden können. Und auch da sieht Caplan die Stadt gut aufgestellt. „Wir werden in den kommenden ein bis zwei Jahren über 430 neue Wohneinheiten bekommen.“ Exakt auf dem Papier seien es derzeit 436, allerdings könnten die Zahlen schon mal abweichen. Zusätzlicher Wohnraum gehe jedoch nicht eins zu eins mit dem Bevölkerungswachstum einher. So sei auch im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) der Stadt sogar die Rede von notwendigen zusätzlichen 600 Wohneinheiten bis zum Jahr 2025. Und zwar nicht nur, um zu neuen Einwohnern zu kommen, sondern auch, um der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen: mehr Single-Haushalte und der Wunsch nach mehr Wohnraum.

Besonders Kölner und Leverkusener zieht es derzeit nach Burscheid. Aus Zahlen, die dem Verwaltungschef vorliegen, geht hervor, dass allein 39 der im ersten Bauabschnitt geplanten 48 Wohneinheiten auf dem ehemaligen Gelände von Bergfeld & Heider an der Hauptstraße von Bürgern gekauft wurden, die aus den beiden Städten am Rhein stammen. Beim Baugebiet „Im Hagen“ (Rötzinghofen) seien es fast nur Menschen aus Leverkusen. Das städtische Baugebiet wird zurzeit vermarktet. Die größten Baugebiete sind derzeit das Thiel-Gelände (95 Wohneinheiten) und das Gebiet an der unteren Hauptstraße. Aber auch kleinere Projekte wie in Ösinghausen (zwei Häuser mit elf Wohneinheiten) machten in der Addition am Ende die hohe Zahl der entstehenden Wohnräume aus.

Sanierung der Außenfassaden wird jetzt gefördert

An anderen Stellen müssen diese von außen instand gesetzt werden. Aber auch da hat Caplan gute Kunde: Das Fassadenprogramm zur Sanierung der Häuser in der Innenstadt und in Hilgen kann angezapft werden. Eigentümer werden finanziell unterstützt. Mit der Realisierung müssten sie nicht erst warten, bis die Modernisierungen der Straßen (IEHK) durchgeführt werden. Auch das ehemalige Schliephake-Haus in der unteren Hauptstraße könne deshalb - nach Antrag des Eigentümers - in Angriff genommen werden. Caplan hofft auf großes Interesse an der 50-prozentigen Förderung. „Wir haben selten die Möglichkeit, privates Engagement zu unterstützen.“

Besonders froh ist der Bürgermeister darüber, dass die Baumaßnahmen in der Hauptstraße nicht nur mit großer Toleranz von den Händlern begleitet würden. Und das - offenbar immer mehr - die perspektivische Chance auf eine attraktivere Geschäftsstraße erkannt werde. Wichtig sei es, ein attraktives Unterzentrum  zu sein, bei dem die Dinge des täglichen Bedarfs gekauft werden könnten. Dazu müsse in Zukunft in Burscheid auch ein Drogeriemarkt gehören. Falsch verstanden werden sollte dieser Weg der Stadt aber nicht. „Wir werden nie einen P&C haben.“