SPD: Burscheiderin strebt Kandidatur an

SPD: Burscheiderin strebt Kandidatur an

Efthi Klintsari muss sich aber am Mittwoch erst gegen Oliver Deiters durchsetzen. Bis Samstag stehen bei allen Parteien die Kandidaten fest.

Rhein.-Berg. Kreis. Die Landtagsauflösung am 14. März und die für den 13. Mai angesetzten Neuwahlen lassen den Parteien vor Ort nicht viel Zeit, sich für den Wahlkampf zu organisieren.

Die Grünen und die Piratenpartei waren am schnellsten und haben ihre Direktkandidaten für die beiden Wahlkreise im Rheinisch-Bergischen Kreis schon gewählt.

SPD, FDP und Linkspartei folgen am Mittwoch, die CDU schließlich am Samstag. Bei der SPD kommt es in einem Wahlkreis sogar zur Kampfkandidatur — mit Burscheider Beteiligung.

Am Mittwochabend bewirbt sich bei der Wahlkreiskonferenz der SPD in Bergisch Gladbach neben Oliver Deiters aus Odenthal auch die Burscheiderin Efthi Klintsari für die Direktkandidatur im Wahlkreis 22 (Rhein-Berg außer Bergisch Gladbach und Rösrath).

Die 39-jährige gebürtige Griechin ist seit 2006 eingebürgert und gehört dem Burscheider Ortsvereinsvorstand als Beisitzerin an. Im Integrationsrat ist sie stellvertretende Vorsitzende.

Während Deisters auf seine Erfahrungen als SPD-Kandidat bei den Landtagswahlen 2010 zurückgreifen kann, ist für Klintsari alles Neuland: „Ich lasse das erst einmal auf mich zukommen.“ Die Idee zur Bewerbung entstand vor Wochenfrist auf der Klausurtagung des Parteivorstands.

Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder (17 und 9) und gelernte Bürokauffrau lebt derzeit von Arbeitslosengeld II und versteht sich als Anwalt aller Menschen „mit wenig Budget“. „Es ist wichtig, dass Politik von Menschen gemacht wird, die wissen, worum es geht.“ Im Wahlkreis 21 (Gladbach und Rösrath) bewirbt sich bei der SPD Helene Hammelrath.

Bei der CDU ist die Lage eindeutig. Dererweiterte Kreisvorstand hat am Samstag erwartungsgemäß die Landtagsabgeordneten Holger Müller (Wahlkreis 21) und Rainer Deppe (Wahlkreis 22) für die Neuwahl nominiert. Der Fraktionsvorsitzende im Kreistag und der Kreisvorsitzende hatten vor zwei Jahren die beiden Direktmandate im Kreis gewonnen. Am Samstag sollen sie im Bürgerhaus Bergischer Löwe erneut aufgestellt werden. Von Gegenkandidaten ist bisher nichts bekannt.

2005 war er zuletzt im Wahlkreis 22 angetreten. Jetzt feiert der Kreisvorsitzende Christian Lindner für die FDP sein Comeback in seiner alten Heimat — als Hoffnungsträger einer am Boden liegenden Partei. In der Rolle als Spitzenkandidat soll er die Freidemokraten in den Wahlkampf und doch noch über die Fünfprozenthürde in den Düsseldorfer Landtag hieven.

Basis ist dabei die Direktkandidatur des Wermelskircheners im Nordkreis. Offiziell besiegelt wird sie am Mittwochabend im Kulturbahnhof Overath. Für den Süden bewirbt sich Lindners Parteikollegin, die PR-Beraterin Annette Glamann aus Bergisch Gladbach.

Klarschiff herrscht schon bei den Grünen. Am Samstag wurden Jürgen Langenbucher für den Nordkreis und Robert Schallehn für den Südkreis als Direktkandidaten gewählt. Langenbucher (46) ist seit vergangenem Jahr Vorstandssprecher der Leichlinger Grünen und sitzt dort auch im Stadtrat.

Bei der Linken wird ebenfalls am Mittwoch über die Kandidaten entschieden. Der Diplom-Ingenieur Thomas Klein aus Schildgen soll im Norden antreten, die Juristin Jessica Seifert, die im vergangenen Jahr bereits Landratskandidatin war, im Süden.

Neu dazu gesellen sich die Piraten. Auch hier hat die Wahl der Direktkandidaten bereits stattgefunden. Im Wahlkreis 22 tritt der Wermelskirchener Mike Galow (35) an, im Wahlkreis 21 Benedikt van Aaken (41) aus Bergisch Gladbach.

Mehr von Westdeutsche Zeitung