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So feiert das Tierheim in Wermelskirchen Weihnachten

So feiert das Tierheim in Wermelskirchen Weihnachten

Die Teilnahme an Weihnachtsmärkten brachte nur wenig Geld ein. Ein neues Konzept und ein Wunschbaum sollen nun helfen.

Wermelskirchen. Auch die Tiere bekommen Weihnachten Geschenke. Der Fressnapf in Wermelskirchen hat eine große Wunschtanne für das Tierheim aufgestellt. Die Wunschzettel sind mit Fotos der Tiere und deren Wünschen am Baum befestigt. Gebeten wird um Tierdecken, Tiermäntel, Kuschelbetten für Katzen und viele andere nützliche Dinge.

Günter Leuerer

Viele der Wünsche wurden bereits erfüllt, die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum. Dafür ist das Tierheim sehr dankbar. Wie der Leiter des Tierheims und 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins, Günter Leuerer, erklärt, „gibt es leider bei vielen Futterboxen in Kaufhäusern Leute, die verschmutzte Decken und regelrechten Müll auf diese Art und Weise entsorgen.“ Aber es gibt eben auch sehr großherzige Spender.

Ein Beispiel gab es kürzlich: Eine Frau spendierte 2000 Kilogramm hochwertiges Hundefutter. Das entlastet das Tierheim finanziell stark. „Naturgemäß wird um diese Jahreszeit häufiger gespendet,“ sagt Leuerer. Damit die Spenden fließen, sind Leuerer, seine Mitarbeiter und Helfer auch selbst aktiv. „In Wermelskirchen und Hückeswagen waren wir auf den Weihnachtsmärkten vertreten, jedoch leider trotz hochwertiger Artikel nicht sehr erfolgreich“, berichtet der Leiter des Tierheims.

Im nächsten Jahr soll es mit neuem Konzept besser laufen. Es ist geplant, auf dem neu hergerichteten Waldgelände einen privaten Weihnachtsmarkt zu eröffnen.

Nicht nur die Vorweihnachtszeit ist für Leuerer und seine Kollegen zeitaufwendig. „Heiligabend und auch an allen Feiertagen haben wir normal geöffnet und sind für die Tiere da,“ erklärt Günter Leuerer. „Es bestehen da keine Probleme unter den Mitarbeitern, bezüglich der Arbeitszeiten, da sind wir sehr kollegial aufgestellt.“ Sechs Mitarbeiter, teilweise in Teilzeit und etliche Ehrenamtler sind für die heimatlosen Tiere da. „Versorgt werden müssen sie an allen Tagen“, meint Günter Leuerer.

Viele Hunde kommen aus Spanien und Rumänien. In Rumänien gibt es viele Straßenhunde, die Kastration ist teuer, die ungewollten Tiere landen oft in den öffentlichen Tierheimen. In der Regel, sagt Leuerer, seien dies aber reine Tötungsstationen. Die Tiere werden kaum oder gar nicht versorgt und warten auf ihren Tod. Fünf Hunde hat das Tierheim kürzlich wieder gerettet. Sie warten jetzt in Wermelskirchen auf eine neue Familie.

Glücklicherweise haben manche der Tiere bereits ein gutes privates Tierheim durchlaufen und sind daher nicht mehr so stark traumatisiert. Wichtig ist für diese Tiere das Gassigehen. Sie können so wieder neues Vertrauen aufbauen. Für diese Aufgabe werden noch weitere Ehrenamtler benötigt.

Einen Vermittlungsstopp wegen der Weihnachtstage macht die Leitung des Tierheims nicht. Sorge, dass ein Tier als Kuscheltier unter dem Weihnachtsbaum landet, hat Leuerer nicht. „Wir vermitteln keine Welpen, und man kann ja auch aufgrund eines ausführlichen, persönlichen Gesprächs merken, welche Vorstellung der Interessent mit dem Tier verbindet und ob er nur auf ein Geschenk aus ist,“ erklärt er. Es werde darauf geachtet, dass je nach Wohngebiet die Abgabe erst nach Silvester stattfindet, da viele Tiere empfindlich auf die Knallerei der Böller reagieren. „Die Tiere sind hier von dem Silvesterlärm kaum betroffen, da das Gelände ziemlich abseits und in einem Waldgebiet liegt.“