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Serenadenkonzert: Kirchenkurve atmet „Berliner Luft“

Serenadenkonzert: Kirchenkurve atmet „Berliner Luft“

Der OVH und seine Ensembles reißen bei ihrem geliebten Heimspiel das Publikum mit.

Burscheid. Der Orchesterverein Hilgen schwimmt international auf einer Erfolgswelle. Beim Serenadenkonzert in der Kirchenkurve schwappte diese Welle endlich wieder einmal auch nach Burscheid über. Die Plätze reichten nicht aus, viele genossen das Konzert trotz des immer kühler werdenden Sommerabends im Stehen oder Umhergehen.

Sie bekamen vom „OVH mit seinen Tochterunternehmen“ (Bürgermeister Caplan) ein umfangreiches und unterhaltsames Programm geboten. Drei „Töchter“ stellten sich vor: das Junior-Orchester (28 Mitglieder) und das Junge Orchester (25), beide gebildet aus Schülern der Orchesterschule des OVH, und die neu gebildete „Brazz Band“, für die der Auftritt eine Premiere war.

Unter ihrer Dirigentin Heide Wendt präsentierten die zum Teil noch sehr jungen Musikanten des Junior-Orchesters ein Repertoire, bei dem Rhythmus, Präzision und Musikalität eine vielversprechende Zukunft ahnen ließen.

Schon weiter ist das Junge Orchester. Dirigentin Viola Wertgé weiß ihre jungen Musiker mitzureißen, vor allem bei den rhythmisch besonders ausgeprägten Werken. Einzelne Register wie die die Flöten zeigten bereits erstaunliche Virtuosität. In einer Zeitreise durch die Filmmusik wurden Stimmungen eingefangen und weich interpretiert. Thaddäus Hofrogge brillierte als Solist am Xylophon.

Die erst vor einigen Monaten gegründete Brazz-Band (ausschließlich Blechbläser) unter Leitung von Uli Haas stellte sich mit ganz unterschiedlichen Werken vor: der „Olympia-Fanfare“ von Richard Strauß, dem Triumphmarsch aus der Verdi-Oper „Aida“, dem Vorspiel zum 3. Akt der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner, dem „Feuertanz“ von Manuel de Falla, „Drive up the band“ von George Gershwin. Alles mit großer Musikalität, werktreu mal weich, mal aggressiv gespielt.

Erst jetzt kam der OVH auf die Bühne. Um Nachwuchs braucht er nicht bange zu sein. Aber um so zu spielen, bedarf es eben doch langjähriger musikalischer Erfahrung und eines so begabten Dirigenten wie Johannes Stert. Die original für Blasorchester geschriebene „Festmusik für die Stadt Wien“ von Richard Strauß, Armenische Tänze von Alfred Reed und der ebenfalls original für Blasorchester komponierte Walzer aus der Jazz-Suite von Dimitrij Schostakowitsch begeisterten die Zuhörer, die sich zwei Zugaben erklatschten. Bei der zweiten, der „Berliner Luft“ von Paul Linke, wirkten sie durch kräftiges Klatschen und Pfeifen mit. Großstädtische „Berliner Luft“? Nein: Burscheider Luft, ganz erfüllt von den Klängen einer schönen Sommerserenade.