Schwitzen, bis Du beim Arzt dran bist

Schwitzen, bis Du beim Arzt dran bist

Deutlicher Andrang bei sommerlicher Blutspende des DRK im Pfarrzentrum. Acht Spendentermine jährlich. Optimale Verpflegung und liebevolle Betreuung.

Burscheid. Da stehen wir nun im Treppenhaus und Flur des Katholischen Pfarrzentrums an der Höhestraße; einige sitzen auch auf den Tischen in einem Raum des Obergeschosses. Mollig warm ist es hier wie da, so warm, dass eine freundliche DRK-Helferin eine Runde Wasser heranbringt. „Hätte nicht gedacht, dass bei der Hitze so viele kommen“, sagt ein „erfahrener“ Blutspender und alle nicken. Wir alle warten darauf, zum Doktor eingelassen zu werden, der alle willigen Blutspender erst mustert, bevor man zur Ader gelassen wird.

Foto: Doro Siewert

Der Mediziner ist gewissermaßen der Flaschenhals bei der Blutspendeaktion des DRK Burscheid. Denn während alle anderen Untersuchungen und bürokratischen Amtshandlungen vergleichsweise zügig vonstatten gehen, dauert es „beim Doc“. „Er ist heute gründlich und will auch den Personalausweis sehen“, spricht sich in der Warteschlange herum. Und auch der Bürgermeister steht geduldig in der Reihe an.

Kirsten Kühn, die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Burscheid, ist an diesem Nachmittag an vorderster Front dabei. Sie besetzt die Annahmetheke, heißt gemeinsam mit einer Kollegin die ankommenden Spender willkommen, gibt die Fragebögen aus. Mit denen ist jeder Spender gute zehn Minuten beschäftigt, um auf Ehre und Gewissen über ein etwaiges Krankheitsbild, seine Lebensgeschichte, etwaig eingenommene Medikamente und sein Befinden Auskunft zu geben. Penibel gegengecheckt wird das später beim Doktor.

Wer dessen Freigabe hat, kann sich kurz darauf im Spenderaum bei den Mitarbeitern des hauptamtlichen Blutspendedienstes aus Breitscheid einfinden. Dort wird die Temperatur gemessen, der Hämoglobinwert im Blut bestimmt und — positive Werte vorausgesetzt — die eigentliche Spende eingeleitet. Von kundiger Hand wird die Vene angepiekt, ein halber Liter Blut nebst verschiedenen Proben abgezapft. Das dauert zwischen fünf und zehn Minuten; danach wird man verpflastert und auf eine Ruheliege gebeten. Nach angemessener Zeit dürfen sich alle Spender mit kalten und heißen Getränken, köstlichen Bütterchen und Brötchen stärken. Eine Tafel Schokolade und ein Präsent können später alle Spender als Lohn mit heim nehmen.

Die Lebensmittelversorgung erfordert Fingerspitzengefühl. Nur wenige, „bessere“ Kaffeesorten haben sich als brauchbar erwiesen. Schokolade und Verderbliches werden gekühlt angeliefert.

Immer wieder gibt es mal Neuerungen, wie es am Dienstag Matjes und Forellenfilets gab. Und auch die Schokolade kennt Regeln, Kirsten Kühl: „Nur Ritter Sport wird akzeptiert. Die jeweils aktuellen Sorten muss ich dahaben.“

Vier Blutspendetermine bietet das DRK jährlich in Burscheid, vier in Hilgen an. Rund 550 Spenden fallen pro Jahr an. Spender-Jubilare werden am Samstag, 19. Januar, im „Alten Landhaus“ gefeiert.

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