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Burscheid: Schärfere Kontrollen auf den Wertstoffhöfen

Burscheid : Schärfere Kontrollen auf den Wertstoffhöfen

Um Kosten gerechter zu verteilen, sollen Mitarbeiter der Sammelstellen besser darauf achten, aus welcher Kommune die Bürger kommen.

Burscheid. Monika Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (Bav), brauchte am Donnerstagabend einen langen Atem und noch mehr Geduld. Denn die Kritik an Burscheids Wertstoffhöfen reißt nicht ab. Zu merken war dies erneut bei der Sitzung des Beirates für Abfallentsorgung, der sich eigens für dieses Thema zusammenfand.

Die Kommunalpolitiker schossen sich regelrecht auf den Wertstoffhof Heiligeneiche ein, der laut Planungen des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV), künftig anders genutzt werden soll. Hintergrund ist auch, dass die mobile Müllsammelstelle in Witzhelden wie berichtet abgeschafft werden soll. Stattdessen sollen die Höhendorfer dann samstags ihren Grünschnitt, Sperrmüll etc. zum Wertstoffhof nach Hilgen bringen dürfen. Da die Kapazitäten dort beschränkt sind, müssten Burscheider in den Hauptstoßzeiten zwangsläufig auf den Wertstoffhof Heiligeneiche ausweichen, der wiederum für diesen Zweck ertüchtigt werden soll.

In kleinen Schritten erläuterte Monika Lichtinghagen-Wirths die aktuelle Situation und die Bedarfe im Verband. So gehöre es zum Grundkonzept, dass eben nicht jede Kommune im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis einen eigenen Wertstoffhof vorhalten soll. Das sei aus Kostengründen nicht machbar. Man komme nicht umhin, dass sich mehrere Kommunen einen Wertstoffhof teilen.

Streit gibt es in diesem Punkt bei den Kosten. „Wenn ich zum Wertstoffhof fahre, fragt mich niemand, aus welcher Stadt ich komme“, sagte Sabine Wurmbach, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Auch lege aus ihrer Erfahrung keiner der Mitarbeiter einen Wert darauf, wer was in welche Container werfe. Diese Erfahrung habe auch Christian Mikus (CDU) gemacht, der ihr wie andere Mitglieder des Beirates beipflichtete. Über Parteigrenzen hinweg war man sich einig: Auf Burscheids Wertstoffhöfen läuft etwas gehörig schief. Und gerecht würde es nicht zugehen, wenn beispielsweise die Odenthaler, die dann den Hof Heiligeneiche anfahren, ihren Müll in Burscheider Container werfen. Das würde die Abfallgebühren der Burscheider Bürger erhöhen, so lautete die Befürchtung.

Entrüstet zeigte sich Monika Lichtinghagen-Wirths: „Ich bin es jetzt leid.“ Es könne nicht sein, dass alle anderen Wertstoffhöfe im Verbandsgebiet reibungslos laufen und es nur in Burscheid Probleme gebe. Die Geschäftsführerin habe bereits „einen bitterbösen Brief“ an die Mitarbeiter vor Ort geschrieben und auch mit Kündigung gedroht, wenn die Kontrollen nicht durchgeführt werden. Als weitere Reaktion kündigte sie an, mehr Personal nach Burscheid und Hilgen zu schicken, das ein Auge auf die Abläufe haben soll. Eine entzerrende Wirkung soll des Weiteren die Umgestaltung des Wertstoffhofes in Heiligeneiche haben (siehe Kasten).

Indes versprach die Bav-Geschäftsführerin, sich „höchstpersönlich nach Hilgen zu bewegen“ und sich die Zustände anzuschauen.