Protestanten haben das Wählen verlernt

Protestanten haben das Wählen verlernt

Nur 8,3 Prozent Wahlbeteiligung bei der Presbyteriumswahl.

Burscheid. Knapp 5000 Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid waren am Sonntag aufgerufen, ihr Presbyterium für vier Jahre neu zu wählen. Doch nur 415 Wahlberechtigte hatten Interesse daran, über die Zusammensetzung der Gemeindeleitung zu entscheiden. Das sind magere 8,3 Prozent. Bei der letzten Presbyteriumswahl 2000 hatte die Wahlbeteiligung noch bei 13,2 Prozent gelegen.

Offenbar haben die Burscheider Protestanten in den zurückliegenden zwölf Jahren das Wählen verlernt. Denn 2004 und 2008 war auf Wahlen verzichtet worden, weil es nur so viele Kandidaten gab wie freie Plätze im Presbyterium.

Im neuen Presbyterium wird es auch zwei neue Gesichter geben: Christiane Heider aus Hilgen, die nicht zur Wahl stand, weil es für die vier Hilgener Plätze im Presbyterium auch nur vier Kandidaten gab. Und Marco Rinke, der unter den zehn Kandidaten für die acht Burscheider Plätze das siebtbeste Ergebnis erzielte und mit 20 Jahren künftig das jüngste Mitglied ist.

Das 17-köpfige Presbyterium besteht künftig aus den Pfarrerinnen und Pfarrern Katrin Friedel (Vorsitzende), Annerose Frickenschmidt und Matthias Pausch, den Mitarbeiterpresbytern Silke Hamburger und Dirk Schirmer, den Hilgener Presbytern Rainer Bertrams, Christiane Heider, Monika Holz und Bodo Jakob sowie den am Sonntag gewählten acht Burscheider Presbytern Brigitte Giebel (284 Stimmen), Ralph Liebig (273), Karin Holst (249), Frank Hoffmann (238), Michael Kaib (229), Martin Koch (225), Marco Rinke (206) und Thomas Michalzik (196). Nicht gewählt wurden Ursel Seck und Peter Weber.

Die Presbyter werden am 4. März in den Gottesdiensten in Burscheid und Hilgen in ihr Amt eingeführt. er

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