Burscheid: Probleme am Raiffeisenplatz

Burscheid : Probleme am Raiffeisenplatz

Die Baustelle an der B 51 betrifft nun auch den Platz in Hilgen. Geschäfte und Kunden müssen sich damit arrangieren.

Burscheid. Keine Veränderung mit dem Seziermesser: Vielmehr mit dem Vorschlaghammer wird die Baustelle an der Bundesstraße 51 und am Raiffeisenplatz vorangetrieben. Die Arbeiten schreiten zügig voran, dennoch hat sich für die Anwohner und Geschäfte dort viel verändert — und einige Unannehmlichkeiten mit sich gebracht.

Foto: nel

„Ich bin heute den ersten Tag aus dem Urlaub zurück, ich bin zwei Mal an der Zufahrt zu unseren verbliebenen sieben Parkplätzen vorbeigefahren und dann doch über Ösinghausen gekurvt“, sagt Sabine Schiefelbein lachend. Sie ist Service-Kundenberaterin in der Raiffeisenbank. „Hier herrscht deutlich weniger Betrieb als sonst. Gerade die älteren Kunden haben es schwer, uns zu erreichen.“

Die Parkplätze, die die Stadt zur Alternative bereitstellt, liegen am ehemaligen Bahnhof Hilgen und zwischen den Häusern an der Witzheldener Straße 14 und 20. Jeweils ein paar Gehminuten zu Fuß. „Für manche ist das sicher zu weit“, sagt eine Mitarbeiterin der Montanus-Apotheke. „Wir hören schon sehr viele Beschwerden unserer Kunden. Wir haben ja zum Glück eigene Parkplätze. Wie lange die zu befahren sind und wann sich in der Baustellenführung etwas ändert, das wissen wir aber auch nicht.“

Über der Raiffeisenbank liegt das Hausarztzentrum Hilgen. Arzthelferin Corinna Hermes hat am Morgen auch eine Ehrenrunde über Ösinghausen gedreht. „Diese Einfahrt ist total schwer zu erwischen. Ich bin einfach daran vorbeigebrettert und war am Ende 15 Minuten zu spät bei der Arbeit.“ Von den Patienten habe sie auch viel Unmut über die Baustelle zu hören bekommen. Praxismanagerin Christel Boden ist zuversichtlich, dass die Zeit rasch vorübergehen wird und dass die Patienten es auch in der Übergangszeit in die Praxis schaffen werden. „Immerhin kann man fast täglich die Fortschritte auf der Baustelle beobachten.“

Erwin Widdig steht mit seinem Rollator an der Stelle, wo der Parkplatz der Montanus-Apotheke endet und der Schotterweg entlang der Baustelle Richtung Raiffeisen-Bank und Ärztehaus beginnt. Heute muss er zum Glück nicht zum Arzt. „Ich gehe hier schon mal zu Fuß entlang. Zum Arzt lasse ich mich aber lieber mit einem Schlenker über Ösinghausen fahren“, sagt der 95-Jährige. Ihn stört die Baustelle nicht, die müsse ja schließlich fertig werden. „Ich habe schon zwei Aufbauten der alten Brücke miterlebt, die erste gleich nach dem Krieg.“

Jetzt weicht die Brücke einem Busverknüpfungspunkt, zusätzlich soll der Platz aber auch einladend und schöner werden. Bis dahin müssen die Hilgener noch etwas Geduld aufbringen.

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