Erzählkonzert im Badehaus: Percussionschüler sorgen für musikalische Dramaturgie

Erzählkonzert im Badehaus: Percussionschüler sorgen für musikalische Dramaturgie

Im Rahmen der Erzählkonzerte wurde im Badehaus das Stück „Guck mal, Madita, es schneit“ präsentiert.

„Guck mal, Madita, es schneit!“ Mit diesem Jubelruf konnte die kleine Lisa auch ihre große Schwester aus dem Bett locken. Die herzige Geschichte von Astrid Lindgren hielt die kleinen und auch großen Besucher im Kulturbadehaus von der ersten Minute an fest. Für die achte Runde der so genannten Erzählkonzerte hatten die fünf Percussion-Instrumentalisten der Musikschule unter Uli Riechert Zwischenmusiken und Geräuschkulissen selbst entworfen, die zusammen mit den Bildern auf der Leinwand zu einem Guss wurden. Den Personen der Geschichte lieh wieder Norbert Müller-Baggen aus Köln seine wandlungsfähige Stimme. Er war als Erzähler bereits in vielen dieser Projekte dabei.

O weh, nun konnte die kranke Madita  nicht mitgehen, um mit der Hausangestellten Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Schwesterchen Lisa freute das umso mehr. Weil sie aber mutiger sein wollte als der Nachbarsjunge, stieg sie im unbewachten Moment auch auf die Kufen von einem Lieferschlitten und musste damit immer weiter fahren, weil der Kutscher immer weiter aus der Stadt hinaus fuhr und nicht anhielt. Kam das frierende, müde und hungrige Kind wieder aus dem schneeverwehten Wald hinaus? Die pastellfarbenen Bilder von Ilon Wikland wurden durch  dramatische Töne zwischen den Szenen mit Spannung aufgeladen. Die weltbekannte Autorin hatte für Madita ein lebendiges Vorbild an ihrer eigenen gleichaltrigen Schulfreundin. Sie ließ die Familie noch viele  weitere Abenteuer und Streiche erleben, die sowohl zu Büchern, Filmen und TV-Serien wurden; sowohl in Schweden als auch in Deutschland.

Das Erzählkonzert im Badehaus fiel genau in den Zeitpunkt, an dem die Lindgren 111 Jahre geworden wäre (14. November). Maditas Geschichten spielen in einem Umfeld, das nicht nur heiles Familienleben zeigt. Ihre Protagonisten spiegeln deutlich die Konflikte zwischen den  Gesellschaftsschichten wider, sprechen aber auch von guter Suche nach Lösungen.

Nach 90 Minuten Bildern, Erzählen und Musik gab es für alle Zuhörer noch ein „Rhythmus-Bonbon“. Riechert ermutigte, seine von ihm vorgegebenen Geräusche in gleicher Form zu wiederholen. Da diese Klangfolge einwandfrei klappte, versprach der Musikdozent: „Sie alle dürfen beim nächsten Konzert mitwirken!“ Diesmal bestand das Ensemble aus: Sophie Lindenthal, Malte Kroll, Torben Hüllen, Philipp Kirchner und Lennard Post.

Am 7. Dez. Gibt es eine zweite Aufführung in der Filiale der Kreissparkasse Burscheid.

Mehr von Westdeutsche Zeitung