Ohne Heizung, ohne Aufzug

Ohne Heizung, ohne Aufzug

Mieter im Akazienweg 19 klagen seit Jahren über schleppende Reparaturen.

Burscheid. Hildegard Schnur wohnt im Akazienweg 19 im fünften Stock. Seit über sechs Wochen muss die 57-Jährige ihre Einkäufe über das Treppenhaus in die Wohnung schleppen. Der Aufzug ist kaputt. Auch die Heizung funktioniert nicht. Und seit Mittwoch gibt es auch kein warmes Wasser mehr. „Und wenn man den Hausmeister anruft, legt der einfach auf.“

Schnur und ihr Ehemann Josef leben seit acht Jahren im Akazienweg. Seit etwa zwei Jahren sei es verstärkt an der Tagesordnung, dass notwendige Reparaturen verschleppt würden. „Das dauert immer wochenlang.“

Schnur ist nicht die Einzige, die sich beklagt. Zahlreiche Mietparteien in dem Haus sind in Aufruhr. Der Mieterverein Leverkusen und Anwälte sind eingeschaltet, mit Mietminderungen versuchen einige der Bewohner Druck auf die Hausverwalter auszuüben — bisher offenbar ohne Erfolg.

Im Sozialen Netzwerk Facebook gibt es unter dem Titel „Erfahrungen mit Peloton/Treureal/Goal“ inzwischen eine öffentliche Gruppe mit fast 300 Mitgliedern, die bundesweit vergleichbare Beispiele sammelt. Burscheider berichten auch dort von ausbleibenden Reaktionen auf ihre Briefe und Anrufe.

Verwaltet wird das Hilgener Hochhaus von der Berliner Verwaltergesellschaft Peloton, die bis vor einem Jahr noch unter Bezeichnung Goal Property Management GmbH firmierte. Peloton betreut nach eigenen Angaben mit rund 200 Mitarbeitern bundesweit 24 000 Wohneinheiten an 60 Standorten.

„Die Gesellschaft ist eine nie endende Quelle der Arbeit für uns“, bestätigt André Juffern, Geschäftsführer des Mietervereins. Nicht nur in Burscheid, auch in Leichlingen sei sie dafür bekannt, dass bei nötigen Reparaturen „immer nur ein Minimum oder weniger“ ausgeführt werde — erst nach vielen Aufforderungen und mit Druck. „Und wenn das eine repariert ist, gibt es schon wieder ein neues Problem, weil die notwendige Sanierung nicht gemacht wird.“ Hinter Peloton stünden große Investorenfirmen, für die der Minimalaufwand Strategie sei.

Der Versuch, den im Hochhausflur angegebenen Ansprechpartner der Peloton ans Telefon zu bekommen, scheiterte am Freitagnachmittag. Es lief trotz Mietersprechzeit nur der Anrufbeantworter — ohne die Möglichkeit, eine Nachricht zu hinterlassen. „Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.“