Tiere Nils lebt nun im Zoo von Odessa

Köln · Der 2019 im Kölner Zoo geborene Flusspferd-Bulle Nils ist in den Zoo von Odessa in der Ukraine umgezogen. Nils hat seine Kölner Gruppe verlassen, da sich junge Flusspferd-Bullen in Zoos mitunter schon im Alter von etwas mehr als zwei Jahren fortpflanzen können.

 Der kleine Nils gehörte zu den Stars im Kölner Zoo.

Der kleine Nils gehörte zu den Stars im Kölner Zoo.

Foto: Stephan Eppinger

Der Zoo will dem aufgrund der verwandtschaftlichen Beziehung von Nils zu Mutter Jenny, 31, und Halbschwester Afro, 23, vorbeugen. Außerdem soll er nicht in Konkurrenz zu Vater Albert, 28, treten. Der Transport in die Ukraine verlief reibungslos, Nils kam in guter Verfassung in Odessa an. Er wird sich nun sukzessive an seine neue Umgebung gewöhnen.

Nils kam Mitte Mai 2019 im Hippodom zur Welt und war einer der Jungstars im Kölner Zoo. Jenny, Albert und Afro werden weiter im Kölner Zoo zu sehen sein. Ihr Zuhause, der Hippodom, wurde 2010 zum 150-jährigen Bestehen des Zoos in Riehl gebaut. Besucher können dort Flusspferde, Nilkrokodile, Antilopen, Erdferkel, exotische Vogelarten und andere Bewohner der Flussebenen Afrikas unter Wasser, aus der Vogelperspektive oder Auge in Auge beobachten.

Waren Flusspferde früher weit verbreitet, gelten sie heute als gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Hauptursache ist die Zerstörung ihres Lebensraums. Es gibt kaum noch natürlich erhaltene Flusslandschaften. Durch die Verbauung der Flüsse sind viele der verbliebenen Populationen voneinander isoliert. In Regionen, wo der Siedlungsbau zu nah an die Lebensräume heranreicht, kommt es zu gravierenden Konflikten. Denn die schwergewichtigen Dickhäuter sind schreckhaft und dann aggressiv. Mitunter kommt es zu tödlichen Attacken auf Menschen. Die Flusspferde werden zudem für ihr Fleisch und das Elfenbein ihrer Zähne übermäßig bejagt.

Gemeinsam mit Partner „Big Game Parks“, einer Naturschutzorganisation und vom König beauftragten Wildschutzbehörde von Eswatini (Swasiland), bemüht sich der Kölner Zoo um regionale Lösungen bei solchen Konflikten. So werden beispielsweise Uferbereiche zum Schutz der menschlichen Bevölkerung eingefriedet oder Tiere, die immer wieder Schäden anrichten oder Menschen gefährden, in geschützte Gebiete umgesiedelt. Durch den Bau oder die Reparatur von Dämmen entstehen neue Stauseen und damit zusätzliche Lebensräume.

Service: Der Zoo hat aktuell täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ab dem 1. November schließt der Zoo bereits ab 17 Uhr. Weitere Attraktionen sind aktuell das komplett neu gestaltete Südamerikahaus und ab dem 17. November der neue Christmas Garden, der am Abend seine Pforten für die Besucher öffnet. Bei den Zootickets müssen Besucher vorab online eine Reservierung tätigen. Weitere Infos gibt es unter:

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort