Mono Inc. mit neuen Songs beim Amphi Festival

Mono Inc. mit neuen Songs beim Amphi Festival

Am Tanzbrunnen präsentiert die Band heute ihr aktuelles Album. Am 27. Oktober gibt es ein Konzert im Kölner Gloria.

Köln. Ans Rheinland hat der Hamburger Martin Engler besondere Erinnerungen: „Die erste war eine Niederlage. Mit 16 bin ich von zu Hause abgehauen. Leider ging es als Anhalter nicht weiter als bis zur Autobahnausfahrt Köln-Lövenich.“ Mit 18 kommt Engler als Schlagzeuger zur Düsseldorfer Band Warlock. „Das hat zwei Jahre gehalten. Später habe ich für einen Pizzaservice gearbeitet und bin ständig zwischen Düsseldorf und Köln gependelt, weil wir unsere Zutaten aus Köln bezogen haben.“

Jetzt kehrt Engler mit seiner weltweit erfolgreichen Band Mono Inc. an den Rhein zurück. Heute Abend steht diese beim Amphi Festival auf der Bühne und präsentiert das neue Album „Welcome to Hell“. „Der Titel ist entstanden, als wir mit dem Flieger nach Hamburg zurückwollten. Auf dem Rollfeld stand die Air Force One des US-Präsidenten wegen des G20-Gipfels. Die Ankunft hat sich ewig verzögert, die Passkontrolle hat zweieinhalb Stunden gedauert und Taxis oder öffentliche Verkehrmittel gab es nicht. Eine echte Höllenfahrt und eine Höllenidee, so einen Gipfel in einer Millionenstadt stattfinden zu lassen.“

Thema des Albums ist die Pest, die Hamburg 1712 in Würgegriff hatte. „Die Idee entstand bei der Recherche für das letzte Album. Damals ging es um die Flucht der Menschen aus Hamburg übers Meer nach Amerika, weil man der Familie ein besseres Leben bieten wollte. Wir haben Geschichten von heute in diese Zeit versetzt. Dazu gehören auch die Pestdoktoren mit ihren schaurigen Kostümen. In den Schnäbeln verstaute man Kräuter und Essenzen, um sich vor der Pest zu schützen.“

Das Amphi ist für Mono Inc. immer ein spezielles Festival. „Das ist ein Familientreffen der schwarzen Szene vor und hinter der Bühne“, sagt Engler, der gestern schon mal im Rock Pit am Zülpicher Platz das neue Album präsentierte. „Beim Amphi sind wir bereits Stammgäste. Angefangen haben wir von zehn Jahren als junge Band um 11 Uhr. Inzwischen sind wir ins Abendprogramm vorgerückt.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung