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Burscheid: Molche bekommen ein neues Zuhause

Burscheid : Molche bekommen ein neues Zuhause

Für das neue Konzept des Außengeländes der Johanniter-Kita Schützeneich müssen die Amphibien in ein neues Gewässer umziehen. Es ist der Start der gesamten Arbeiten, die am Ende 80.000 Euro kosten.

Burscheid. Vor einigen Jahren lugten mal zwei oder drei Augenpaare und eine kleine Nase durch die Wasseroberfläche des Tümpels des Johanniter-Familienzentrums Schützen-eich. „Im vergangenen Jahr waren hier bestimmt hundert Molche“, sagt Leiterin Inge Wirths.

Burscheid: Molche bekommen ein neues Zuhause
Foto: Doro Siewert

Sie sind die Lieblinge der Mädchen und Jungen in dem Kindergarten — keine Frage, dass sie ganz oben auf der Wunschliste standen, als über die Umgestaltung des Außengeländes geredet wurde. „Das gehört zu unserer Philosophie. Die Kinder dürfen mitentscheiden“, sagt die Erzieherin. „Die Molche mussten bleiben, das war den Kindern das Wichtigste.“ Auch wenn sie dort, wo die Amphibien bislang lebten, eine tolle Schaukel mit einer Nestschaukel hingesetzt bekommen.

Und so haben Eltern, Kinder, ein Landschaftsgärtner und die Leiterin der Kindertagesstätte selbst am Samstag damit begonnen, den alten Teich auszuheben und einen neuen wenige Meter daneben anzulegen. Zwei Fliegen werden so mit einer Klappe geschlagen: In dem neuen Biotop sollen die Kinder künftig herummatschen und die Molche können hinter einem Zaun in einem tieferen Bereich in Ruhe ihren Lebensraum zurückerobern. Von den Kindern zwar beobachtet, aber ohne Angst, abtauchen zu müssen, wenn mal wieder ein paar Gummistiefel im Anmarsch sind.

Momentan haben sich die Tiere allerdings von der Baustelle verkrochen. Inge Wirths glaubt, dass sie sich unter die beiden Holzhäuser daneben zurückgezogen haben. „Sobald wieder Wasser da ist, kommen sie zurück“

Der Teich ist nur ein Bereich der Umgestaltung. „Wir haben drei Ebenen“, sagt die Burscheiderin. „Und alles ist ein Gesamtkonzept.“ Ursprünglich hatten sich die Verantwortlichen überlegt, hier und da mal etwas zu erneuern und Hand anzulegen. Dann aber wollte man die große Lösung. Das sei notwendig gewesen, weil der Kindergarten mittlerweile 40 Jahre alt ist. „Nun wollen wir etwas schaffen, das wieder 40 Jahre hält.“

Und so wird aus der unteren Ebene der Abenteuerbereich. Neben den Holzhäusern steht zwar jetzt noch ein tolles Schiff, aber es soll noch toller werden, ein Kletterschiff. Mit verschiedenen Decks, die sich die unterschiedlich alten Kinder nach und nach erobern können. Das Feuerwehrhaus kommt weg — allerdings erst, wenn das Zaunkönigpärchen dort den Nachwuchs großgezogen hat. Entstehen wird dort der Bereich Leben. Mit einem Wohnhaus, Hochbeeten, einer Eisenbahn und einem Sandkasten für die kleinen Kindergartenkinder. „Die Kinder müssen kreativ sein“, sagt Inge Wirths. Kein Zweifel, dass sie dies demnächst noch besser können. Allerdings hat das Projekt auch seinen Preis: Am Ende sollen 80.000 Euro in das neue Außengelände geflossen sein. Ein Bienenhotel ist schon fertig. Als Symbol wahrscheinlich. So fleißig wie die Bienen will die Kita-Truppe offenbar auch sein.