Missionswerk mietet Ex-Gaststätte

Missionswerk mietet Ex-Gaststätte

Im Bergischen Hof in Dünweg will die Niederlassung Köln von „Jugend mit einer Mission“ ab Mai Glaubenskurse abhalten und auf Auslandseinsätze vorbereiten.

Burscheid. Im Oktober 2013 wurde der Bergische Hof in Dünweg nach einem Jahrhundert bewegter Gastronomiegeschichte geschlossen. Jetzt ist klar, dass die ehemalige Gaststätte einer neuen Bestimmung entgegensieht: Ab Mai will die Kölner Niederlassung des Missionswerks „Jugend mit einer Mission“ (JMEM) ihren Sitz von Bensberg nach Burscheid verlegen.

Schon im vergangenen Jahr hatte es einen ersten Probelauf gegeben. Seit Oktober hatte JMEM im Bergischen Hof für 18 junge Menschen ab 18 Jahren einen dreimonatigen Glaubenskurs organisiert. Dem schließt sich derzeit ein mehrwöchiger Auslandseinsatz an. Die in Burscheid geschulten Teams sind nach Auskunft von Rahel Büttner, Mitarbeiterin von JMEM Köln, aktuell in Brasilien und Indien eingesetzt.

Die rund sechsmonatige Kombination von Glaubenskursen und Auslandseinsatz wird von dem Missionswerk Jüngerschaftsschule genannt und kostet zusammen zwischen 4000 und 4500 Euro. JMEM versteht sich als international und interkonfessionell und ist Teil der charismatischen Bewegung, beruft sich also in besonderer Weise auf das Wirken des Heiligen Geistes.

Entsprechend ist das Missionswerk auch Teil der Arbeitsgemeinschaft Pfingstlich-Charismatischer Missionen (APCM). Die pfingstlich-charismatische Bewegung ist, ausgehend von Afrika, Lateinamerika und Asien, derzeit weltweit die am stärksten wachsende religiöse Bewegung.

Bei den Auslandseinsätzen könne es, so Rahel Büttner, um Unterstützung von Kirchen vor Ort, die Betreuung von Jugendgruppen oder konkrete humanitäre Hilfe gehen. JMEM unterteilt seine Aktivitäten in die drei Kategorien Evangelisation, Schulung und karitative Dienste.

Bei seinen Schulungen, die künftig in Burscheid stattfinden sollen und sich vor allem an junge Menschen nach der Schule oder Ausbildung richten, will JMEM Köln ein besonderes Augenmerk auf die Fotografie legen. Zur klassischen Jüngerschaftsschule können Teilnehmer auf Wunsch auch einen Schwerpunkt Fotografie, Video und Journalismus wählen. Es geht darum nach Aussage von Rahel Büttner darum, mittels der Fotografie „Menschen eine Stimme zu geben“. Bei einem kleinen Tag der offenen Tür für die Nachbarschaft im vergangenen Jahr wurden in Dünweg beispielsweise Fotos zum Thema Flüchtlinge gezeigt.

Ein größerer Umbau der ehemaligen Gaststätte ist im Zusammenhang mit der Verlegung des Sitzes von Bensberg nach Burscheid offenbar nicht geplant. Es werde nur „kleinere Renovierungen geben“, sagte die JMEM-Mitarbeiterin. Seit den 1960er Jahren verfügte der Bergische Hof auch über sechs Gastzimmer im Dachgeschoss. Sie werden künftig von den Teilnehmern der Jüngerschaftsschule genutzt.

www.jmem-koeln.de