Schüleraustausch: „Mensch ärgere Dich nicht“ verbindet ferne Welten

Schüleraustausch: „Mensch ärgere Dich nicht“ verbindet ferne Welten

25 chinesische Schüler sind in Köln zu Besuch und begeistern dort die Menschen mit ihrer Chormusik.

Köln. Es gibt Dinge, die mögen die Menschen rund um den Globus. Dass dies auch für das Brettspiel „Mensch ärgere Dich nicht“ gilt, haben Kölner Schüler des Humboldt-Gymnasiums erfahren, die derzeit 25 Jugendliche aus der Partnerstadt Peking zu Gast haben.

Am Sonntag waren die Gäste aus China bei den deutschen Familien zu Besuch. „Unsere Schüler waren begeistert, wie offen die Gäste sind, das hätten sie so nicht erwartet. Man hat gemeinsam gespielt, gegessen und FC geguckt“, sagt Lehrer Tim Gockel.

Begeistert sind auch die Schüler aus Fernost: „Die Leute hier backen sehr gut — vor allem Apfelkuchen. Toll ist, wie spät hier die Leute am Wochenende aufstehen, und wie sie den Tag ohne Hektik genießen. Interessant ist auch, wie gut und sicher in Köln die U-Bahn funktioniert“, sagt Terrence (18). Seine Mitschülerin Vivian (17) mag die Kölner Menschen: „Auf der Straße sind die Leute sehr freundlich und gelassen. Allerdings sind im Vergleich zu Peking hier nur sehr wenige Passanten auf der Straße unterwegs.“

Die chinesischen Gästen kommen aus einer bekannten Schule in Peking, die 10 000 Schüler hat und wo die Turnhalle drei in die Erde gebaute Ebenen besitzt. Zur Oberstufe gehören alleine 1000 Schüler. Die 25 Jugendlichen sind Teil eines Schulchors, der am Sonntag am Schokoladenmuseum aufgetreten war und der noch die Chance bekommen soll, im Dom zu singen.

Im Gegenzug werden beim kulturellen Austausch vom Humboldt-Gymnasium die Schulband Triple Bt’s sowie weitere Schüler nach China reisen. Dort wird gerade daran gearbeitet, dass die Kölner im großen Konzertsaal der Verbotenen Stadt auftreten können. „Mich interessiert, wie es tatsächlich in China aussieht und wie dort der Alltag ist. Man hört ja vieles, aber sich persönlich vor Ort alles anzuschauen ist besser“, sagt Schülervertreter Matthieu Tiltmann (14). Sein Mitschüler Noah Gottschalk (16) ist wie er zum ersten Mal in China: „Das ist dort wohl ein komplett anderes Leben, ich bin sehr gespannt, was mich erwartet. Gerne würde ich auch die chinesische Mauer sehen.“

Die Schüler bleiben bis zum Donnerstag in Köln, danach geht es mit einer Zwischenstation in der Gedenkstätte Bergen-Belsen nach Berlin. Begrüßt wurden die Gäste am Montagvormittag im Historischen Rathaus von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes: „Diese persönlichen Kontakte, die Sie gerade machen, füllen eine Stadtpartnerschaft mit Leben. Manchmal werden lebenslange Freundschaften daraus. Meine Tochter ist gerade in Hongkong bei einer chinesischen Freundin und erlebt dort eine Hochzeit.“

In Köln gehöre China mittlerweile zum Alltagsleben. In den Schule werde Chinesisch gelernt, das chinesische Essen sei auch in Köln sehr beliebt und die chinesische Medizin werde Alternative zur klassischen Medizin angesehen, hat Scho-Antwerpes einige Beispiele parat. Seit 28 Jahren gibt es die Städtepartnerschaft mit Peking.