Absoluter Autotraum mit Flügeln

Absoluter Autotraum mit Flügeln

Bei der Schloss Bensberg Supersports Classics präsentierten sich edle Oldtimer, Luxuskarrosen und Supersportwagen den zahllosen PS-Fans.

Hilgen/Bensberg. Dröhnende Motoren, in der Sonne glänzender Chrom und jede Menge PS-Fans - am Samstagmorgen ist die Rallye der Schloss Bensberg Supersports Classics ins Bergische Land, u.a. nach Hilgen, gestartet. Zu den besonderen Schätzen zählte ein Mercedes 300 SL Gullwing. Dieser verfügt über 215 PS und bringt gerade mal 1300 Kilo auf die Waage.

„SL steht für Superleicht. Möglich wurde das durch den Gitterrohrrahmen, auf dem die Karrosserie sitzt. Gebaut wurde der Wagen 1957. Restauriert ist er etwa zwei bis 2,3 Millionen Euro wert“, berichtet Techniker Thomas Lämmle über das Werksfahrzeug.

Ein Hingucker und Nachteil zugleich sind die Flügeltüren. „Durch sie wird es im Auto ziemlich heiß, da öffnet man bei jedem Halt gerne die Tür. Ansonsten ist der Wagen absolut alltagstauglich. Er ist wendig und fährt sich super.“

Foto: Stephan Eppinger

Nicht ganz so wie geplant lief die Rally am Samstag für den Düsseldorfer Christian Hupertz. „Ich wollte eigentlich mit einem anderen Oldtimer starten, aber in den habe ich gestern statt Benzin Diesel getankt. 300 Meter weit bin ich damit gekommen. Der Wagen muss jetzt in die Werkstatt. Zum Glück habe ich noch einen zweiten Oldtimer, der wurde gerade in der Werkstatt fertig - reiner Zufall“, berichtet Hupertz.

Jetzt steht er gerade an seinem Porsche 59/6. „Das ist der sogenannte VW-Porsche. Er stammt aus dem Jahr 1970 und ist eher selten. Ihm hat der 911 schnell den Rang abgelaufen. Bis ich ihn gekauft hatte, hat es etwas gedauert. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich ihn mag oder nicht.“

Auf die Rallyestrecke geht Hupertz mit Ambitionen: „Die Top 10 ist mein Ziel. Wichtig ist es, das Roadbook gut durchzuarbeiten, eine gute Beifahrerin zu haben und vor allem sich zu konzentrieren. Mit meiner Frau habe ich die optimale Beifahrerin, die bringt nichts aus der Ruhe.“

Unweit vom Porsche entfernt steht ein weißer Renault Alpine A310 S aus dem Jahr 1984. „Der ist mir quasi zugelaufen. Ich habe ihn über einen Händler bei einem älteren Herrn entdeckt und ihn aus erster Hand gekauft. Der Wagen macht wirklich Spaß, er ist ziemlich schräg und etwas speziell. So eine Karrosserie gibt es heute nicht mehr“, sagt Thomas May-Englert, der neben dem Alpine noch einen Jaguar und einen Smart besitzt. „Bei der Rallye geht es mir jetzt vor allem um den Spaß am Fahren. Darauf freue ich mich.“

Bei all den Supersportwagen und Luxuslimousinen fällt man mit einem Käfer schon etwas auf. „Der stammt aus dem Jahr 1971. Ich habe ihn 1985 gekauft, bin zwei Jahre damit gefahren. Dann stand er ewig in einer Scheune. Jetzt habe ich ihn komplett restaurieren lassen. Die Türen mussten extra angefertigt werden. Jetzt starte ich zum ersten Mal bei der Rally, bei der ich früher einmal Streckenposten war. Für mich ist wie bei den Olympischen Spielen - dabei sein ist alles“, sagt Bernd Tillmann und blickt auf sein 50 PS starkes Cabrio.

Direkt aus den USA stammt die Corvette Stingray, die 1965 gebaut wurde. „Ich habe den Wagen in Arizona dem Erstbesitzer abgekauft. Er hat 300 PS und ist durch die wunderschöne Karosserie ein echter Traum.“

Die Form des Wagens ist großartig, das gibt es heute nicht mehr. Die Corvette schafft bis zu 200 Stundenkilometer, ausgefahren habe ich das aber noch nie“, erklärt Rainer Eberhardt aus Overath kurz vor dem Start am Samstagmorgen.

Am Start waren auch einige Promis wie Schauspieler Erol Sander, der mit seinem achtjährigen Sohn Elyas in einem knallgelben Supersportwagen, einem Porsche GT3 RS ganz vorne bei der Rundfahrt dabei war.

Als Beifahrerin in einem schwarzen Triumph TR4 war Gerit Kling im Bergischen Lanf unterwegs. Die Schauspielerin ist bereits im zweiten Jahr in Folge bei den Schloss Bensberg Supersports Classics an Bord.

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