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Lauftraining für die Geparden

Lauftraining für die Geparden

Beim „Cheetah-Run“ können die Kölner Raubkatzen im Zoo ihre Schnelligkeit unter Beweisstellen.

Köln. Es läuft bei den Kölner Geparden Duma und Kito. Sie nutzen seit kurzen eine innovative Sprint-Vorrichtung, den sogenannten Cheetah-Run, auf ihrer Anlage. Der Cheetah-Run animiert sie dazu, einer imaginären Beute hinterherzujagen. Die Anschaffung wurde durch das Porsche Zentrum Köln ermöglicht. Der Zoo stellte die neue Attraktion in dieser Woche vor. Besucher werden künftig in der Regel dreimal in der Woche die Geparden in vollem Sprint bewundern können.

Lauftraining für die Geparden
Foto: Werner Scheurer

Für den Cheetah-Run wird mit Hilfe von Seilscheiben und Umlenk-Rollen ein Kurs abgesteckt und ein Köder — beispielsweise ein Kaninchenfell — an einem Seil über die Anlage bewegt. Der angeschlossene Motor erlaubt Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen. Duma und Kito werden dadurch zum Jagen animiert. Die Bewegung des Köders ist die Belohnung für das Sprinten.

„Die Geparden bei dieser ,Sprinteinheit‘ beobachten zu können, ist spektakulär. Die Laufanlage ermöglicht die naturnahe Optimierung der Geparden-Anlage und schenkt unseren Besuchern eine weitere Attraktion“, sagt Christopher Landsberg, Vorstand des Kölner Zoos.

Geparden sind die schnellsten Sprinter unter den Säugetieren. Ihr ganzer Körperbau, mit der tiefen Brust, der schmalen Taille und der höchst biegsamen Wirbelsäule ist auf kurze, enorm schnelle Sprints ausgelegt. Als Höchstgeschwindigkeit wurden 112 Stundenkilometer gemessen. Diese können sie über 300 bis 350 Meter halten.

Der Bestand wildlebender Geparden ist stark dezimiert. Waren sie in Asien früher bis Indien verbreitet, leben sie dort heute nur noch im Iran. Die dortige Population wird auf höchstens 50 erwachsene Tiere geschätzt. Auch in Afrika ist das Verbreitungsgebiet stark zurückgegangen. Grobe Schätzungen gehen hier von 6700 Individuen aus. Sie leben in rund 90 Populationen in Savannen, im Buschland und in Trockenregionen.

Hauptgründe für den Rückgang sind die Jagd auf Geparden selbst und deren Beutetiere — kleinere Antilopen und Gazellen. Hinzu kommt der Verlust von Lebensraum durch menschliche Nutzung. Die einzelgängerisch lebenden Weibchen können bis zu acht Jungtiere werfen. Meist sind es aber nur vier. Nur ein geringer Prozentsatz davon überlebt.

Jungtiere verlassen im Alter von etwa 18 Monaten die Mutter. Schwestern ziehen noch mehrere Monate gemeinsam mit ihren Brüdern umher, bevor sie sich trennen und sich allein in einem Gebiet niederlassen. Männliche Geparden sind sehr viel sozialer. Meist bleiben Brüder zusammen. Der Kölner Zoo hält nur männliche Tiere als Botschafter ihrer bedrohten Artgenossen im natürlichen Lebensraum.

Der Kölner Zoo hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Man erreicht ihn mit der Stadtbahnlinie 18, Haltestelle „Zoo/Flora“. step