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Kölner Jecken auf der Zielgeraden

Kölner Jecken auf der Zielgeraden

Am Wochenende wurde auf den Straßen und Plätzen unter freiem Himmel gefeiert. Auch in den Sälen der Stadt war Party angesagt.

Köln. Höhepunkt des Karnevalssonntags sind traditionell die Schull- un Veedelszöch mit 8500 aktiven Teilnehmern. Ihre bunten und fantasievollen Kostüme und Wagen sind mit das schönste, was der Kölner Karneval zu bieten hat. Wochen- und monatelange wurde an den Ideen gefeilt, geschneidert und gebastelt. Die von der Jury gekürten Sieger der Veedelszöch dürfen heute beim Rosenmontagszug mitgehen.

Kölner Jecken auf der Zielgeraden

Einen Empfang der+ OB für das Kinderdreigestirn gab es gestern noch vor den Zöch im Historischen Rathaus. Rund 100 Auftritte hat das Trio mit seiner Equipe absolviert. Im Hansasaal gab es reichlich Lob von Henriette Reker: „Ihr habt schon bei der Proklamation sofort losgefeiert und im Theater am Tanzbrunnen das große Dreigestirn übertroffen. Ich hoffe, dass ihr auch noch nach dieser Session weiter im Karneval aktiv bleibt.“ Für Elisabeth Conin, die seit 28 Jahren die Kinderdreigestirne betreut, ist die aktuelle die letzte Session in dieser Funktion. „Sie haben Generationen von Karnevalisten geprägt, ich weiß nicht, ob das in Köln noch jemand von sich sagen kann“, erklärt Reker.

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Die Wolkenburg gehört zu den besonderen Veranstaltungsorten im Kölner Karneval. Dort fand am Freitagabend die Keine-Nacht-Zuhause-Party der Kölner Narren-Zunft statt. Erstmals hatte die KG die Tickets für den Kostümball auf allen Ebenen des ehemaligen Klostergebäudes über den eigenen Online-Shop verkauft. Bereits seit Wochen ist die kölsche Kultparty mit Bands wie Querbeat, Kasalla und Miljö restlos ausverkauft — so früh wie noch nie. Das liegt auch daran, dass sich die 1700 Besucher in der Wolkenburg alljährlich besonders viele Mühe bei ihren kreativen Kostümen geben.

Kölner Jecken auf der Zielgeraden

Früh am Karnevalssamstag hat das große Biwak der Roten Funken Tradition. Pünktlich erreichte das aktive Korps mit dem Tanzpaar und der Ehrenkommandantin Henriette Reker die Bühne auf dem Neumarkt, wo schon tausende Jecken auf den Start der Freiluftparty warteten und dem nasskalten Wetter trotzten. Zu den Stammgästen zählt dort eine große Gruppe Wikinger, die seit 30 Jahren zum Biwak kommt und dort auch schon mal handgesägte Orden verleiht. Auf dem Neumarkt wurde Querbeat am Mittag für das beste kölsche Lied ausgezeichnet. Nur kurz währte am Nachmittag die Erholungspause für das älteste Traditionskorps der Stadt, denn schon am Abend ging es im Maritim-Hotel mit dem Karnevalsamstagsball kurz Kasaba weiter.

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Besonders kreativ sind die Kostüme bei der Matrosenparty der Stattgarde Colonia Ahoj im Dorint an der Messe. Mehr als 1000 Matrosen, Kapitäne, Piraten und verschiedene schillernde Meerwesen feierten auf der Schäl Sick bis in den frühen Morgen hinein. Für das Tanzkorps der Stattgarde stellt die Veranstaltung das umjubelte Sessionsfinale dar.

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Dazu kommen die letzten Sitzungen der Session, wie die der Fidelen Holzwürmer im Kristallsaal der Messe, bei der kölsche Schreiner bereits zum 70. Mal Gäste und Kollegen aus der gesamten Republik empfangen. Gemeinsam feiern die KGs Stromlose Ader und Blau-Rot ihre Kostümsitzung mit viel Prunk im Kristallsaal der Messe. Dort gab es eine besondere Überraschung für den Fahrer von Blom un Blömche(r), der nach 30 Jahren in den karnevalistischen Ruhestand geht. Er wurde beim letzten Auftritt der Künstler auf die Bühne geholt und geehrt.

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Foto: Stephan Eppinger