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Karneval: „Wie in einer großen Familie“

Karneval : „Wie in einer großen Familie“

Christopher Wallpott (25) und Denise Willems (28) sind das Tanzpaar bei der Bürgergarde. Für den Tanzoffizier ist es beim Traditionskorps die erste aktive Session in blau und gold.

Sein Großvater Hans Wallpott gehörte zu den Gründern der Bürgergarde blau-gold und war deren langjähriger Präsident, sein Vater Markus Wallpott ist der aktuelle Präsident des Traditionskorps, zudem auch sein Bruder gehört. Seit dieser Session ist Christopher Wallpott der neue Tanzoffizier der Bürgergarde und zieht mit Denis Willems durch die jecken Säle der Stadt. 2003 war er bereits als Kinderprinz im kleinen Dreigestirn jeck unterwegs – seine Großeltern waren damals für das junge Trifolium zuständig und Christopher Wallpott hatte als Kinderprinz quasi ein Heimspiel.

Sein tänzerisches Handwerkszeug lernt er bei den Original Hellige Knäächte un Mägde, für die er jahrelang auf der Bühne stand. Lange Zeit stand er dabei in der ersten Reihe als Jeckenbääntchen der Tanzgruppe. „Bei der Bürgergarde bin ich seit diesem Jahr aktives Mitglied, mein Bruder ist schon seit acht Jahren dabei.“ Von der Tanzpartnerin gibt es viel Lob: „Wir sind ein eingespieltes und gutes Team. Wenn wir beide neu angefangen hätten, wäre es wahrscheinlich etwas schwieriger gewesen“, sagt Willems, die seit 2017 für das Traditionskorps tanzt.

Schon als Kind mitten
drin im jecken Treiben

Für sie begann die karnevalistische Karriere schon als Kleinkind an der Seite ihrer Mutter, die viele Jahre in Hürth getanzt hat. Während der Schulzeit nahm Denise Willems ein Auszeit vom jecken Treiben und war als Kunstturnerin aktiv. Ihr karnevalistisches Comeback feierte Denise 2009 bei der Tanzgruppe der „Kölsche Greesberger“. Anschließend war sie sechs Jahre lang die Regimentstochter der Funken Rot-Weiß Hürth-Gleuel.

„In der Gruppe zu tanzen, ist schon etwas anderes. Man hat zwar bei der Bürgergarde die Jungs hinter sich. Aber man steht als Tanzpaar ganz vorne, da wird jeder Fehler direkt gesehen. Man kann sich hier nicht hinter der Gruppe verstecken.“ Auch die karnevalisische Karriere ihres Tanzpartners begann schon sehr früh: „Ich war schon als Baby auf der Bühne. Davon gibt es sogar noch Fotos. Über meine Mutter bin ich dann zu den Helligen Knäächten und Mägden gekommen.“

Das Training beginnt
direkt wieder nach Ostern

Als Tanzoffizier fühlt sich Christopher Wallpott bei der Bürgergarde gut aufgehoben: „Ich kenne natürlich viele Leute und habe von Anfang an die volle Unterstützung bekommen. Bei der Bürgergarde kennt man sich, das ist wie eine große Familie. Ich bin teilweise quasi von den Alten mit aufgezogen worden.“ Das sieht auch seine Tanzpartnerin so: „Bei der Bürgergarde wird man herzlich aufgenommen und begegnet sich immer auf Augenhöhe, ganz unabhängig vom jeweiligen Dienstgrad. Das Tanzpaar bekommt hier sehr viel Unterstützung.“

Das Training für die neue Session beginnt direkt nach Ostern. Für die Pause gibt es vom Trainer Jens Hermes auch das Angebot für ein Fitnesstraining. Das Training baut sich für das Tanzpaar langsam auf. Ab August kommen die anderen Gardisten beim Training dazu, ab Oktober wird dann in Uniform geprobt. Trainiert wird zwei- bis dreimal in der Woche. „Man muss sich aber auch nebenher fit halten. Ich gehe ins Fitnessstudio und laufe auch. Wir sind ja in diesem Jahr bei der Marathonstaffel dabei. Außerdem gibt es bei der Bürgergarde viele sportliche Aktivitäten vom Drachenbootfahren über Fußball bis zum Golfen und Segeln.“

Etwa 60 Auftritte hat das Tanzpaar in der Session

In der Session selbst fällt das Training aus: „Das würde zu viel Kraft kosten, die dann bei den Auftritten fehlt. Da muss man sich zwischendurch auch mal eine Pause gönnen“, sagt Wallpott. Etwa 60 Auftritte absolviert er mit seiner Tanzpartnerin in dieser Session. „Dieses Jahr mussten wir direkt mit bis zu sechs Auftritten pro Tag Vollgas geben.“

Je nach Wochentag und Auftrittsplan trifft man sich in der Regel morgens oder nachmittags im „Marienbild“ und startet dann mit drei Bussen zu den Auftritten. „Das Ende ist meist gegen Mitternacht. Die Feierfreudigen gehen danach gerne noch in die Hofburg. Wir gehen aber meist nach dem letzten Auftritt direkt nach Hause“, sagt Willems, die als Erzieherin in einem Kindergarten arbeitet.

Wallpott ist beim Vertrieb im Außendienst beruflich unterwegs. „Man muss sich in der Session mit seinen Vorgesetzten gut absprechen. Da findet man dann immer einen Kompromiss“, erklärt der Tanzoffizier. „Ich arbeite in einem Superteam, da kann man auch mal einen Dienst tauschen, wenn es nötig ist. Das ist alles gut machbar“, ergänzt Willems.

Bei den Kollegen kommt der Einsatz bei beiden auf den Bühnen der Stadt sehr gut an: „Ich habe Kollegen aus ganz Deutschland, die ich auch mal zu einer Herrensitzung mitnehme. Für die ist das dann eine ganz neue Erfahrung, die sie total begeistert.“ Das ist auch bei seiner Tanzpartnerin so: „Die Kollegen stehen hinter mir und die Kinder finden das auch toll, vor allem wenn sie mich auch mal in der Uniform sehen.“

Ihre persönlichen Dinge haben Christopher Wallpott und Denise Willems bei den Touren in ihrer kleinen Tasche bzw. dem Fässchen immer dabei. „Bei mir sind das Lippenstift, Taschentücher und die Schlüssel“, sagt die Marie. „Ich habe ein kleines Schweißtuch dabei sowie Handy, Portemonnaie, Autoschlüssel und ein kleines Magnesiumtütchen.“