Musik Von der großen Oper bis zum deutschen Rap-Star

Köln · (step) Der März bringt in der Kölner Philharmonie große Werke wie Bachs „Johannes-Passion“ oder Bizets „Carmen“ an den Rhein, widmet sich aber auch dem portugiesischen Gesang zwischen Fado und Pop und bringt einen bekannten Rapper ins Konzerthaus.

Der Rapper Xatar kommt am 26. März mit den Heavytones in die Philharmonie.

Der Rapper Xatar kommt am 26. März mit den Heavytones in die Philharmonie.

Foto: Xatar/Künstleragentur

Hier ein Überblick:

Bizet „Carmen“: Georges Bizets große Oper „Carmen“ ist pure Leidenschaft im Rausch hin- und mitreißender Melodien. Und ein Spitzenensemble garantiert am 17. März ab 19 Uhr Spannung und Gänsehaut. Die Mezzosopranistin Gaëlle Arquez gilt derzeit als Idealbesetzung für die faszinierende Titelpartie. Ihr zur Seite steht als eifersüchtiger Don José François Rougier, ein so strahlender wie ausdrucksvoller Tenor. Und Sabine Devieilhe ist mit ihrem leuchtend-innigen Sopran eine Traumbesetzung für das Bauernmädchen Micaëla. Am Pult des spielfreudigen B’Rock Orchestra steht René Jacobs. Er wird „Carmen“ in einer Fassung aufführen, wie sie Bizet vorgesehen hatte, bevor ihn der Intendant der Opéra Comique damals zu weitreichenden Änderungen drängte.

Bruce Liu: Als Bruce Liu 2021 den ersten Preis beim Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau gewann, war klar: Dieser Mann ist außergewöhnlich. Geboren in Paris, ausgebildet in Kanada, ausgezeichnet in Polen, zu Hause inzwischen auf der ganzen Welt. Dabei deutete zunächst wenig auf diese rasante Karriere hin: „Als ich jung war, hatte ich viele Hobbys. Ich war nicht der Typ, der immer übte“, sagt Bruce Liu Auf diese Weise hat er sich nie unter Druck gesetzt und in Ruhe seine Wahl treffen können. Die fiel glücklicherweise aufs Klavier, und heute zählt Liu zu den gefragtesten Pianisten der jungen Generation. Zu Gast ist er in Köln am 20. März ab 20 Uhr.

António Zambujo: Er singt mit jenem einnehmenden Charme, den wohl nur ganz wenige Sänger Portugals ausstrahlen. Wenn António Zambujo in kaum zu fassender Demut von den Fährnissen des Lebens berichtet, vergisst man allzu leicht die eigentliche Schwere des Sujets. Für Zambujo stand bereits früh fest, dass er einmal Sänger werden würde. Wer aus Beja stammt, bringt alle Voraussetzungen dafür mit, gilt doch die Stadt im Süden Portugals als Herzkammer des Cante Alentejano. In seinen Anfängen noch stark dem Fado verpflichtet, hat sich Zambujos Spektrum längst erweitert: Mit seinem Quartett verbindet er Jazz mit Pop, Brasilianisches mit modernem portugiesischem Songwriting. Termin: 22. März, 20 Uhr.

Bach „Johannes-Passion“: Sie galt lange als die „andere“ Passion, stand sie doch im Schatten des zweichörigen Schwesterwerkes nach Matthäus. Heute zählt die „Johannes-Passion“ mit ihrer barocken Farbenpracht zu den absoluten Favoriten. 1724 wurde sie als erste Karfreitagsmusik Johann Sebastian Bachs in Leipzig uraufgeführt. Die „Johannes-Passion“ war für den Gottesdienst gedacht, heute wird sie jedoch überwiegend im Konzertsaal gespielt. Vielleicht erklärt sich dadurch ihre Beliebtheit in einem zunehmend säkularen Umfeld, wobei der Evangelienbericht das Leiden Jesu von der Gefangennahme bis zur Kreuzigung aufzeigt. Termin: 24. März, 11 Uhr.

„Façades“: Anna Prohaska bezwingt und betört stets mit dem Außerordentlichen. Nun gestaltet die Sopranistin gemeinsam mit Emanuele Soavis preisgekrönter Kölner Tanzcompagnie und dem Originalklang-Ensemble Lautten Compagney Berlin eine besondere Performance. Ausgehend von Claudio Monteverdis expressivem „Lamento della ninfa“ entwerfen Anna Prohaska und ihre künstlerischen Partnerinnen und Partner ein Universum der Weiblichkeit mit Vokalmusik vom Frühbarock bis ins Heute. Mit Gesang und Tanz erzählen sie von den Gefühlsstürmen einer Liebenden, hin- und hergerissen zwischen revolutionärer Kraft und emotionalen Extremen, zwischen archaischem Mythos und bedrängender Gegenwart. Termin: 25. März, 20 Uhr.

Xatar feat. Heavytones: Er gehört zu den erfolgreichsten Rap-Artists des Landes, ist Autor, Schauspieler und Unternehmer. Giwar Hajabi, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Xatar. Seine Biografie wurde mit dem Titel „Rheingold“ verfilmt und findet in ganz Europa Beachtung. Die Instrumentalband Heavytones begeistert mit ihren Funk-, Soul- und Jazz-Arrangements und ist mit Weltstars wie Adele, Kylie Minogue und James Brown aufgetreten. Mit ihrem gemeinsamen Programm sprengen Xatar und Heavytones Genregrenzen und vermengen Soul-, Funk- und Jazz-Sound mit hartem Rap von der Straße. Termin: 26. März, 21 Uhr.

Tenebrae: Im Paris des 17. Jahrhunderts strömten in der opernlosen Fastenzeit selbst die Ungläubigen in die Kirchen. Denn hier erklangen dank großer Stimmen die bewegenden Passionsmusiken „Leçons de Ténèbres“, die Marc-Antoine Charpentier für die Karwoche komponiert hatte. Einige seiner „Leçons“ feiert am 28. März ab 21 Uhr das französische Originalklang-Ensemble Le Concert de la Loge. Dafür wurden die Klagelieder des Jeremias vertont, in denen die Verzweiflung über das Leid Christi zum Ausdruck gebracht wurde.

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